Vollständige Version anzeigen : Audio-CD's selber rippen/kopieren


karla8
24.12.2005, 16:39

Ihr habt das bestimmt schon mal erlebt: Ihr ladet euch ein Hörspiel runter, freut euch riesig darauf ... und stellt beim anhören fest, das es beschissen klingt. Woran liegt das? Und was kann man dagegen tun?
Wahrscheinlich liegt es daran, dass es falsch, heisst mit zu niedriger Bitrate encodiert wurde. Es könnte aber auch fehlerhaft - also mit Knacksern und Aussetzern - kopiert worden sein.

Vorab: An dem Hörspiel, das ihr so miserabel hörbar findet, lässt sich nichts mehr ändern. Mit Tricks lässt sich der Sound etwas künstlich aufpeppen, so wie die Stars und Sternchen des Popbusiness das mit ihren Stimmchen auch machen - das war es aber auch schon. Aber dem lässt sich vorbeugen. Das ist gerade dann interessant, wenn ihr ein Original-Hörspiel zuhause habt und es anderen (also uns :) ) zur Verfügung stellen wollt. Wie geht man dabei vor?

Generell läuft es optimalerweise so ab:

1. Die CD's rippen (heist, auf die Festplatte kopieren)
2. Die gerippten Titel encodieren (heisst: komprimieren) in MP3's
3. Die MP3's taggen (heisst, sie mit kurzen Infos versehen)
4. Cover (wenn möglich) einscannen, Alternativ welche aus dem Internet (Amazon) suchen
5. Kleine Textdatei mit zusätzlichen Infos zum Hörbuch in den Ordner

1. Die CD's rippen

Es gibt verschiedenste Programme, um CD's zu kopieren. Oft machen das auch eure Brennprogramme. Ich möchte euch dafür jedoch Exact Audio Copy [EAC] ans Herz legen. Soweit mir bekannt, beherscht es eine Funktion, die sehr vorteilhaft ist und die kein anderen Programm kann (auch CDex (;;;audiohq~de/index;php?showtopic=128) nicht):
Wenn ihr etwas zerkratzte CD's kopiert (z. B. die oft arg mitgenommenen aus Bibliotheken), so befinden sich oft Aussetzer, Störgeräusche auf den kopierten CD's auf eurer Festplatte. Es kann sein, dass ihr, wenn ihr sie im Original abhört auf eurem CD-Player, ihr nichts hört. Computer-Laufwerke funktionieren aber etwas anders und sind darauf ausgelegt, Daten-CD's auszulesen. Bei Audio-CD's sind sie oft schlechter. Wenn ihr das ausschliessen wolltet, müsstest ihr euch das ganze noch mal anhören - sehr aufwendig. EAC ist speziell für das kopieren von Audio-CD's mit dem Computer geschrieben worden. Wenn man EAC im Secure Mode (;;;audiohq~de/index;php?showtopic=48) benutzt, so stellt es Auslesefehler fest - und schreibt dazu einen Report, wo diese sich befinden.

Der Secure Mode in Exact Audio Copy ist ein einzigartiger Lesemodus, der es möglich macht, alle auftretenden Lesefehler zu erkennen. Bei der Verwendung "herkömmlicher" Software ist nicht sichergestellt, dass die ausgelesenen Daten korrekt und frei von Fehlern wie Störgeräuschen und Aussetzern sind. Die Ursache dafür ist, dass Audio-CDs keine zuverlässige Fehlerkorrekturebene besitzen, wie es bei Daten-CDs der Fall ist. Beim Auslesen von Daten-CDs übernimmt das CD-ROM-Laufwerk die Aufgabe der Fehlerkorrektur, bei Audio-CDs ist dies so nicht gewährleistet. Daher muss die Fehlerkorrektur von einer Software durchführt werden, um die Qualität der ausgelesenen Audiodaten sicherzustellen.
Das Freeware-Tool Exact Audio Copy hat sich hier über Jahre hinweg als eindeutig bestes Produkt für diesen Zweck erwiesen. Das von EAC dabei verwendete Ausleseverfahren wird Secure Mode genannt. Alle vergleichbaren Alternativen haben ausnahmslos Schwachstellen und sind nur bedingt zum sicheren Auslesen von Audio-CDs geeignet;


Der Report kann so aussehen:

Track 8
Dateiname E:\pedro juan gutierrrez - schmutzige havanna trilogie\08 - Gutierrez, Pedro Juan - Nichts zu tun - Schmutzige Havanna Trilogie - CD1 - 2002;wav

Verdächtige Position 0:00:55 - 0:01:14


Ihr müsst dann also nur noch etwa eine halbe Minute um diese Stelle herum hören, ob es Fehler gibt (nicht immer sind Auslesefehler auch hörbar).

Ihr könntet euch EAC natürlich von der Homepage holen (übrigens von einem deutschen Informatik-Studenten). Ich empfehle euch aber, sie in einem deutschen Forum zu holen, in welchem es ein sogenanntes EAC-Bundle (;;;arvex~de/index;php?showtopic=8) gibt. Hier sind bereits Codecs wie Lame, Ogg, MPC, Flac mit drin. Ausserdem befinden sich dort auch sogenannte Presets für die Codecs. Dazu später mehr. Dort findet ihr auch einige Anleitungen und Erklärungen. Bessere und fundiertere Erklärungen liefert das deutsche Forum Audio-HQ (;;;audiohq~de/).

Interessant dabei ist zu wissen, dass EAC seit der Version EAC 0;95 prebeta 4 (vom 18 November 2003) eine Anpassung an das neue Urheberrecht erfahren hat. Damit sind bestimmte Massnahmen, um Kopierschutzverfahren zu umgehen, nicht mehr möglich. Wer also Sicherheitskopien seiner eigenen CD's anfertigen will, muss auf die alte Version zurück greifen. Das gilt auch für viele andere Programme. Der Entwickler von EAC wollte sich nicht auf teure Rechtstreits einlassen.
Technischer Hintergrund: Bestimmte Kopierschutzmassnahmen funktionieren über die Verfälschung der Inhaltsangabe (TOC). EAC hatte vorher die Möglichkeit, die (falsche) TOC, die auf der CD vorzufinden ist, zu ignorieren und selber eine TOC zu erstellen, indem die CD gescannt wurde.

Eine gute Anleitung - in deutsch und mit Bildchen :) -, wie man mit EAC CD's rippt und was man dabei beachten sollte, welche Konfigurationsmöglichkeiten es gibt, ist hier zu finden: Audio-CDs rippen mit Exact Audio Copy (;;;audiohq~de/index;php?showtopic=47) Am wichtigsten dabei ist die Konfiguration des Laufwerks und die Benutzung des Secure Mode.


2. Die gerippten Titel encodieren

Das meisst verbreitete Format ist MP3. Gerade für Hörbücher und Hörspiele reicht das auch qualitativ auch völlig aus. Ich denke, die Ansprüche sind daran nicht soo hoch, wie an Musik. MP3 ist ein Lossy (verlustbehafteter) Codec. Dazu Audio-HQ:

Verlustbehaftet komprimierende Audiocodecs erreichen hohe Kompressionsraten auf Kosten der Qualität, indem sie die Eigenschaften des menschlichen Gehöres ausnutzen, um möglichst viele Audiodaten "wegzuwerfen". Dies können z;B. Frequenzen sein, die für das menschliche Ohr durch andere Frequenzen übertönt werden und somit irrelevant sind, oder hohe Frequenzen, die vom Menschen generell nicht wahrnehmbar sind. Bei guten Audiocodecs geschieht dies in den meisten Fällen so raffiniert, dass die hörbaren Unterschiede sehr gering bleiben bzw. gar nicht vorhanden sind;

Zur Info: Auf Audio-HQ teiben sich Leute rum, die auch auf Hydrogen Audio (;;;hydrogenaudio~org/forums/index;php) zu finden sind - einem englischen Forum, wo sich die Entwickler von verschiedenen Audiokompressionsformaten wie MP3, MPC, AAC ... treffen.

LAME ist dabei der beste MP3-Encoder. Empfohlen wird zur Zeit (November 2005) die Version 3;97 beta. Zu empfehlen ist dabei die Verwendung von Presets, bei Hörbüchern vor allem der --preset fast medium. Bei mir kommen dabei in der Regel MP3's raus, die im Durchschnitt!!! 96 kbps haben.

Der Lame-Codec ist einer der besten MP3 Codecs, leider ist er über die reinen Parameter schwer zu handhaben. Damit die Qualität der MP3 Dateien auf etwa gleichem Niveau kommen, wurden die Presets eingeführt;

Presets sind also kurze Befehle, die sich jeder merken kann, die aber eigentlich für wesentlich längere Befehle stehen. Sie wurden teils noch mal speziell getunt und in Blind-Hörtests überprüft und verbessert.
Es handelt sich dabei um eine VBR-Encodierung. VBR (Variable BitRaten) besagt:


Dadurch wird es dem Encoder möglich, jeder Stelle soviel Speicherplatz wie nötig zuzuordnen, denn diese Größe schwankt mit der Komplexität der zu encodierenden Musik. Man kann sich als Beispiel den Unterschied zwischen ruhiger Musik mit wenigen Instrumenten und dynamischer Musik mit vielen verschiedenen Klangereignissen zum selben Zeitpunkt vorstellen. Um Erstere in transparenter Qualität zu speichern reicht eine niedrige Bitrate aus. Im CBR-Modus würde man diesen Stellen mehr Speicher als eigentlich nötig zuordnen, und damit Platz verschwenden, was ja letztendlich gegen das Ziel der Kompression spricht. Dieser Speicher fehlt dann eben an komplexeren Stellen, auch hier kann der Encoder im VBR-Modus die Bitrate soweit erhöhen wie nötig.
VBR ist der Bitratenmodus, der die beste Qualität liefert.
Nachteil beim VBR-Modus sind im Prinzip nur die geringe Kontrolle über die resultierende Dateigröße und die bei MP3 auftretende Inkompatibilität bei Billig-Hardwareplayern, die damit gar nicht als "MP3-Player" verkauft werden dürften. Beide Nachteile sind unserer Meinung nach für die meisten Anwender vernachlässigbar.

3. Die MP3's taggen

Taggen heisst, es werden in die MP3-Datei Informationen geschrieben, die von aussen nicht sichtbar, aber mit entsprechenden Programmen ausgelesen werden können. So kann Autor, Tittel Titelnummer, ja sogar ein kurze Rezension darin 'versteckt' werden. Diese Informationen bleiben auch erhalten, wenn man die Datei umbenennt. Ich finde das sehr praktisch, gerade wenn man diese an andere weiter geben will. Aber wie überall gibt es dazu geteilte Meinungen.
Empfehlenswertes deutsches Freeware-Programm zum taggen ist zum Beispiel MP3Tag (;;;mp3tag~de/). Weitere empfehlenswerte Audio-Programme werden bei Audio-HQ (;;;audiohq~de/index;php?showtopic=432) und Essential Freebies (;;;essential-freebies~de/board/viewforum;php?f=21) empfohlen

4. Cover (wenn möglich) einscannen

Schritt 4. und 5. kann im Prinzip unterlassen bzw. erst kurz vor der Weitergabe unternommen werden. Ich empfehle hier aber, es bereits vorher zu machen und das Cover sowie eine Rezension mit in den Ordner bzw. die gepackte Datei zu tun - vor dem verteilen an andere. Nach einer Weile haben die anderen vergessen, worum es in dem Hörspiel geht, haben eventuell keinen Zugang mehr zum dem Forum - und sind dann froh, eine Beschreibung vorzufinden.
Eingescannte Cover - bzw. besonders edel: auch der Innenseiten - lassen eure Perlen erst so richtig glänzen und schmackhaft werden. Cover von Amazon (;;;amazon~de) oder anderen Seiten, die sich über Google finden lassen, tun es aber auch. Eine gute Möglichkeit bieten dafür auch Coverseiten, wo Covers gesammelt werden. Sogar dafür gibt es Tools, die verschiedene Coverseiten nach Stichworten absuchen.
Eine Coverseite, die hier schon empfohlen wurde, ist Cover-Paradise (;;;cover-paradies~to/).

5. Kleine Textdatei mit zusätzlichen Infos

Wenn man schon auf der Suche nach Covers ist per Google, fallen einem automatisch auch Rezensionen in die Hand. Praktisch dafür kann das Programm Local Website Archiv (;;;essential-freebies~de/board/viewtopic;php?t=5352) sein:

Local Website Archive ermöglicht das einfache Speichern und Archivieren von Webseiten direkt aus Ihrem Browser.
Gefundene Information im Web wird oft wieder entfernt, auch häufig bevor man sie tatsächlich benötigt. Archivieren Sie wertvolle Informationen mit Local Website Archive, um künftig schnell und gezielt wieder darauf zurückgreifen zu können;

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