Vollständige Version anzeigen : [DSL] DSL Optimierungstool


Mad.Mike
15.09.2007, 12:19

Viele, die von DSL1000/2000/3000 auf höhere Geschwindkeiten upgraden, haben ja oft das Problem, dass die Downloadgeschwindigkeit nicht der DSL-Geschwindigkeit entspricht, vor allem WLAN-Verbindungen sind davon betroffen, bei LAN-Verbindungen tritt das seltener auf. Und da ich keine Lust habe, immer das gleiche zu tippen, mache ich einfach mal ein kleines Tutorial.

Die Vorgehensweise wurde von mir schon an etlichen Rechnern erfolgreich getestet. So hatte ich mit meinem Notebook über WLAN an meinem DSL16000-Anschluss nur eine Downloadrate von 260-270 kByte/s. Nach dem optimieren lag die Geschwindigkeit bei 1300-1500 kByte/s. Ohne Verschlüsselung (WPA2 mit 15 Stellen kostet nun mal etwas Geschwindigkeit, aber das sollte einem die Sicherheit wert sein) erreiche ich 1500-1700 kByte/s.

Bevor man dieses Tutorial durchführt, sollte man folgendes testen:

* Mit welcher Geschwindigkeit hat sich der Router/das Modem synchronisiert? Viele Router bieten dazu eine Art Statusanzeige an, auf der man die Geschwindigkeit sehen kann. Bei Modems ist das meist nicht möglich. Dann den dritten Punkt beachten. Bei DSL16000 kann es ausserdem sein, dass man aus leitungstechnischen Gründen nicht wirklich 16000 kBit/s erreichen kann. Das DSL-Modem und der DSLAM einigen sich bei jedem Synchronisierungsvorgang auf die optimale Geschwindigkeit. Und die kann bei DSL16000 auch weniger als 16000 kBit/s betragen. In der Regel wird alles, was über 6000 kBit/s liegt, als DSL16000 vermarktet.
* Ist der Server, von dem man den Download tätigt, schnell genug? Viele Server sind gedrosselt.
* Man führt mehrere (3-4) parallele Downloads von einem schnellen Server durch, ein Downloadmanager geht auch, da dieser ja auch mehrere parallele Verbindungen aufbaut. Entspricht die Summe der Geschwindigkeit der parallelen Downloads bzw. die Anzeige im Downloadmanager der zu erwartenden Geschwindigkeit, ist man mit großer Wahrscheinlichkeit von einem zu kleinen TcpRcvWin betroffen. Erklärung folgt unten.
* Bei WLAN: Ist die Funkverbindung gut genug, um die entsprechende Geschwindigkeit überhaupt erreichen zu können? Wenn die WLAN-Verbindung nur mit 5 MBit/s zustandekommt, kann ich natürlich keine Downloadgeschwindigkeit erwarten, die ich bei DSL16000 erreichen kann. Genauso verhält es sich, wenn man einen WLAN-Repeater im Einsatz hat. Dann kann es passieren, dass ich zwar zum Repeater eine super Verbindung mit 54 MBit/s habe, aber wenn die Verbindung zwischen Router und Repeater nur 11 MBit/s beträgt, erreiche ich eben mit meinem Rechner keine 16 MBit/s im Download. Ausserdem halbiert sich mit jedem Repeater die effiziente Übertragungsrate, da die Datenpakete vom Repeater empfangen und gesendet werden müssen. Eine (starke) Verschlüsselung kostet auch noch Rechenzeit, was zu verringerter Geschwindigkeit führen kann.


Für Downloadtests empfehle ich, eine größere Datei vom Speedtest-Server von Netcologne zu laden.

Die zu erwartende Geschwindigkeit kann man sich ganz einfach selber ausrechnen. Dazu teilt man die DSL-Geschwindigkeit (die reale, also mit der sich der Router synchronisiert hat, in kBit/s) durch 8 (man erhält die Geschwindigkeit in kByte/s) und zieht nochmal 10% Protokolloverhead ab. Dieser Wert ist etwas hoch gegriffen, aber es rechnet sich einfacher als wenn ich hier 7 oder 8% nehmen würde.

Beispiel: Bei einem DSL2000 sollte die Downloadgeschwindigkeit ca. 225 kByte/s betragen. Bei DSL16000 sollte sie um die 1800 kByte/s liegen.

Erreicht man diese Werte nur bei mehreren parallelen Downloads oder mit einem Downloadmanager, liegt das wahrscheinlich an Netzwerkeinstellungen, die Windows sehr konservativ einstellt. Entscheidend ist der Parameter TcpRcvWin. Ist der zu klein, können Daten nicht schneller empfangen werden. Das "Fenster" ist sozusagen zu klein, es passen nicht genug Daten durch. Ganz bildlich gesprochen... Der Wert, den Windows standardmäßig einstellt, ist für höhere Geschwindigkeiten zu klein.

So, genug der grauen Theorie, kommen wir zur Praxis. Es gibt zwei Möglichkeiten, den besagten Parameter zu ändern: entweder begibt man sich in die abenteuerlichen Pfade der Registry oder man nimmt einen der zahllosen TCP/IP-Optimizer. Die Variante mit der Registry beschreibe ich hier nicht, weil man bei falscher Vorgehensweise durchaus das komplette Windows lahmlegen kann. Ich beschreibe hier nur, wie man die Netzwerkparameter mit Hilfe eines kleinen Tools optimieren kann.

Ich habe mit dem TCP/IP-Optimizer von Speedguide~net bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Diesen kann man sich hier downloaden. Er muss nicht entpackt oder installiert werden, eignet sich also auch klasse für eine Tool-Sammlung auf einem USB-Stick.

Nachdem das Programm gestartet wurde, sieht man dieses Bild:

8484
{img-src: //;;abload~de/img/tcpoptimizer1r2v;jpg}


Ich habe mal die relevanten Sachen markiert. Mehr Optionen werden nicht benötigt. Man kann sich im Programm von oben nach unten durcharbeiten:

1. Mit dem Schieberegler die gewünschte Geschwindigkeit einstellen, in unserem Fall die DSL-Geschwindigkeit.
2. Den Netzwerkadapter auswählen, der optimiert werden soll. Im Beispielbild ist meine WLAN-Karte ausgewählt.
3. Den Punkt bei "Optimal Settings" setzen
4. Auf "Apply" klicken


Dann erscheint folgendes Fenster:

8485
{img-src: //;;abload~de/img/tcpoptimizer2lrt;jpg}


Hier sollte man die Option "Backup" auswählen, damit der Optimizer ein Backup der entsprechenden Registrybereiche anlegt. In der darunter liegenden Liste sieht man, welche Werte vom Optimizer als Parameter ins System eingetragen werden.

Nach einem Klick auf "Ok" wird man gefragt, ob man das System neu starten möchte. Das sollte man bestätigen, da die Änderungen erst nach einem Neustart aktiv sind.

Danach sollte man auch mit einem einzelnen Download eine wesentlich bessere Geschwindigkeit erreichen.

Das Backup wird im gleichen Ordner wie der Optimizer gespeichert. Um die Werte mit Hilfe des Backups wiederherzustellen, startet man den Optimizer und geht ins Menü auf File/Restore backed up settings und wählt die Backupdatei aus.

Mit diesem Tool kann man natürlich keine Downloadgeschwindigkeiten erreichen, die über der maximal möglichen Geschwindigkeit liegen. Die Begrenzung kommt dann von der Leitung oder dem Downloadserver. Da hilft kein Optimizer der Welt. Ok, bei langsamen Servern kann dann noch ein Downloadmanager helfen, wenn der Server nicht auf maximal eine Verbindung pro IP-Adresse gedrosselt ist.

Ich hoffe, dem einen oder anderen mit diesem Tutorial helfen zu können.

Tipps:

* Man sollte den Regler nicht höher stellen, als es wirklich nötig ist. Das Prinzip "Viel hilft viel" funktioniert hier nicht. Stellt man die Werte zu hoch ein, funktioniert die Verbindung danach eventuell gar nicht mehr. Aber dann hat man ja noch das hoffentlich erstellte Backup der Einstellungen.
* Bei Windows Vista scheint dieses Problem nicht zu bestehen, dort habe ich auch ohne Optimierung volle Downloadgeschwindigkeit über WLAN.
* Um das Tool unter Windows Vista auszuführen, klickt man das Tool mit rechts an und wählt im Menü "Als Administrator ausführen". Ansonsten kann das Tool nicht auf die Registry zugreifen.


Hinweis: Ich übernehme keine Haftung für eventuelle Schäden an Hard- oder Software, die durch die Benutzung dieses Tools entstehen könnten!


Quelle: (;;;computerbase~de/forum/showthread;php?t=253457)

Bei mir hats die Downloadgeschwindigkeit von 400-500 kb/s auf 1800 kb/s-2000 kb/s gesteigert !^^

mfg mike

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