Vollständige Version anzeigen : DSLR-Was beim Einkauf beachten


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13.05.2009, 14:43

Moin
In letzter Zeit häufen sich hier die Anfragen, deswegen habe ich mal etwas verfasst

DSRL-Eine Kaufberatung


Spiegelreflexkameras unterliegen zur Zeit einem Boom. Die großen Hersteller Nikon, Canon, Sony usw. bringen einiges an Custom-Kameras heraus und die moderaten Preise locken viele Kunden an.
Aber was sollte man beachten, wenn man eine DSLR kauft?
Hier ein Überblick:

1. Der Body: Das Gehäuse beinhaltet je nach Preis viele Funktionen und natürlich den CCD-Chip, das Herzstück der Kamera. Schon hier gilt es aufzupassen. Al zu viele lassen sich von hohen Zahlen bei den Megapixeln dazu verleiten, diese zu kaufen. Aber ist es wirklich immer notwendig, oder sogar ratsam?
Dazu muss man sagen, Megapixel sind nicht alles. Schon 4 Megapixel reichen für Drucke 30x40 cm aus. Andererseits ist eine zu hohe Anzahl von Megapixeln weder für die meisten Chips noch für die Objektive geeignet. Je höher die Anzahl, desto mehr rauschen die Bilder z;B. Auch können sie an Schärfe verlieren, schon bei geringsten Verwacklern (ganz extrem ist das bei Kompaktkameras, deren Chips gerade mal so groß sind wie ein Fingernagel). CCD-Chips allgemein rauschen weniger als die CMOS-Chips. Dunkle Bilder rauschen mehr, grüne Bereiche rauschen im Übrigen am wenigsten. Je länger die Belichtungszeit, desto höher das Rauschen
Ein anderes Kriterium für den Chip/das Gehäuse ist die ISO-Empfindlichkeit. Bis ISO 400 hat wohl keine Spiegelreflex Schwierigkeiten, aber ab 800 sind die ersten schon am keuchen. Die integrierte Rauschunterdrückung arbeitet, jedoch belastet sie den Puffer, das bedeutet, es können weniger Bilder in Serie gemacht werden, ausserdem nimmt sie keine Rücksicht auf die feinen Details und ist so für Makros z;B. hinderlich. Allgemein werden die Chips und die dahinterstehende Technik aber immer besser und das Rauschverhalten ändert sich (manchmal, wie bei der Nikon D90, allerdings mit einhergehender Weichzeichung des Bildes)
Ein nächstes Kriterium ist sicherlich, ob das Gehäuse einen AF-Motor hat oder nicht. Ohne diesen steht der Autofokus nur bei Objektiven mit eigenem Motor zur Verfügung. Nikon lässt bei den Einsteigermodellen D40/40x, D60 und D5000 den AF-Motor weg, um so die Kunden an die neuen Objektive zu binden. Allerdings muss man dazu sagen, dass die neuen dann auch meist mit dem Stabilisator (VR bei Nikon, IS bei Canon) ausgerüstet sind, welcher Verwacklungen reduziert. Man kann an den Bezeichnungen der Objektive ablesen, welche einen Motor haben und welche nicht (bei Nikon z;B. ist ein S ind der Bezeichnung, bei Canon ist es der USM-Motor). Die AF-Motoren der Objektive sind erheblich leiser, verbrauchen weniger Strom als die Gehäusemotoren und sind schneller!
Weitere Funktionen, Kriterien: Spiegelvorauslösung, Belichtungsreichen, elektronisches Gitter im Sucher usw. sind durchaus komfortable Eigenschaften (Canon hat hier die Nase vorne). Auch die Anzahl der Einstellknöpfe aussen am Gehäuse sind gut für die Bequemlichkeit, muss man doch nicht immer für jede Einstellung in das Display-Menü (Canon ist in dieser Beziehung im Bereich der Einsteiger-Kameras Nikon weit voraus).
Seit neuestem gibt es Funktionen wie HD-Video, Vlive-view (der meines Erachtens nur Sinn macht, wenn das Display schwenkbar ist, wie bei der D5000 von Nikon) usw. Für das normale Fotografieren ist das aber kein Muss.

2. Objektive:
Einmal angesteckt vom Fotofieber, werden sich hier sehr schnell Begehrlichkeiten einstellen. Denn die Kit-Objektive sind nur eingeschränkt nutzbar und ihre Abbildungsqualität oftmals eher mau.
Hier kommt nun z;B. ins Spiel, ob das Gehäuse einen AF-Motor hat oder nicht. Denn mit, können auch alte Objektive besser genutzt werden, welche man z;B. bei Ebay oft billig ersteigern kann. Vorsicht ist mit zu alten Objektiven geboten, denn sie können die Kamera beschädigen (das beachten, auch wenn in der Gebrauchsanweisung gegenteiliges steht: bei Nikon z;B. sind sog. Prae-AI-Objektive für die D40 und D60 als unkompatibel angegeben, für die D200 als benutzbar. Aber genau umgekehrtes ist der Fall). Nun muss man nicht immer automatisch fokussieren, z;B. bei Makros ist das manuelle anvisieren oft besser.
Beim Objektivkauf ist auch darauf zu achten, dass die Digital-Kameras einen sogenannten
Crop-Faktor aufweisen (ausser die Vollformatkameras, wobei diese wiederum die neuen DX-Objektive, welche auf die digitalen Sensoren angepasst sind, nicht sehr mögen). Das kommt daher, dass die Objektive in Analog-Zeiten auf die größe eines Kleinbildformats angepasst wurden. Die Sensoren der DSRL sind aber kleiner, somit wird auch der Ausschnitt kleiner. Der Cropfaktor beträgt meist 1,5. D;h. ein objektiv mit Brennweite 35mm wird zu einem mit 52,5, also 35mm plus die Hälfte, 17,5mm. Besonders bei Weitwinkel-Objektiven wirkt sich dies aus, da ein 18mm-Objektiv nun zu einem 27mm-Objektiv wird, man für Weitwinkel also z;B. ein 12-24mm kaufen
muss, um den weiten Bildausschnitt zu erhalten. Das schlägt sich preislich nieder. Bei Festbrennweiten, z;B. den beliebten 50mm-Objektiven, muss man sowas beachten. Heute ist ein 35mm-Objektiv das, was früher ein 50mm-Objektiv war.
Bei Objektiven ist auch die Lichstärke entscheidend. Kit-Objektive weisen oft. eine Lichtstärke von f3,5 bis f5,6 auf. Das bedeutet, bei einem 18-55mm-Objektiv, dass bei einer Brennweite von 18mm die Lichtstärke f3,5 gegeben ist, bei 55mm aber nur noch f5,6. Lichtstarke Objektive haben Werte von f1,4 bis f2;8.
Die Kombination: die Kombination der Objektive ist gut zu durchdenken. Es bringt nichts, mehrere Objektive zu haben, die sich in den Brennweiten zu stark überlappen oder zu weit auseinanderliegen, bzw. aneinander angrenzen. Ungünstig wäre z;B. eine Kombination aus
20-70mm und 70-300mm, da man in den Grenzbereichen immer wechseln muss. Günstig hingegen wäre z;B, eine solche Kombination, am Beispiel von Nikon-Objektiven: 16-83mm, 70-300mm, ein weitwinkel 12-24mm oder von Sigma das 10-20mm, dazu ein Makro 60mm sowie eines mit Brennweite 105mm. Mit dieser Kombination wäre ein weiter Bereich abgedeckt, da das 60mm-Makro auch ein gutes Portrait-Objektiv abgibt.
Blende: Bei Objektiven ist immer auch zu beachten, dass jedes eine bestimmte, sogenannte "förderliche Blende" hat. Das heisst, dies ist die Blendenzahl, bei der das Objektiv die beste Abbildungsleistung aufweist (ich gehe beim Kit-Objektiv nie über Blende 16, meist eher um Blende 8 ). Darüber entsteht sogenannte Beugungsunschärfe, welche das Bild unschärfer macht.
Fassen wir zusammen: Nicht nur die Funktionen und Bestandteile der Gehäuse sind wichtig, sondern auch ihr Rauschverhalten, ihre Belichtungsmessung usw. Bei Objektiven sollte man vorher nachforschen, welche man benutzen kann und wieviel diese kosten. Eine gute Fotoausrüstung kann den Preis eines Kleinwagens toppen!

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