Vollständige Version anzeigen : Alle - Christliche Mystik - Jenseits des Nihilismus


creative16
07.12.2011, 14:44

Entnommen aus der Kolumne "Christliche Mystik - Jenseits des Nihilismus" auf KeinVerlag.
Sonntag, 23. Oktober 2011, 13:30:
Alle

Jeder Christ - und eigentlich jeder Mensch, der sich nur halbwegs tatsächlich, nicht bloß dem Anspruch nach, vom Tier unterscheidet - weiß, dass es das Beste ist, sein Leben keusch und enthaltsam zu verbringen. Dem Tier im Menschen entgegenkommend, deuten viele Theologen Keuschheit als würdevolle Schamhaftigkeit im Umgang mit der ;ualität, aber nicht als Enthaltsamkeit. Eine Verwässerung ist keine Verbesserung: entweder ganz bei der Wahrheit bleiben, oder eine andere Wahrheit suchen. Liberale, die Homo-, Hetero-, wie Bi;ualität für lebbar halten, und auch geschmackvoll genug sein können, an Trans;ualität und Sadomasochismus Gefallen zu finden, sind mir durchaus sympathisch, unsere kleinkarierten Freunde von der theologischen Fakultät nicht im Geringsten. Ich würde mir Theologen wünschen, die in der Öffentlichkeit die Ansicht vertreten würden, dass ein Gott, der den Menschen als ;uelles Wesen schuf, ihn/sie, sieihn/ihnsie, sie beide, sie dreide, nicht bloß für ehelichen Beischlaf zum Zweck biologischer Reproduktion, sondern eben auch für **** erschuf.

Ich wünsche mir aber auch Geistliche, die ohne Zugeständnisse an den Zeitgeist die streng christliche Position vertreten, dass nämlich Enthaltsamkeit der beste aller irdischen Wege sei. Enthaltsamkeit für alle? Kein ; für niemanden? In 100 Jahren lebt kein Mensch mehr auf der Welt! Wenn alle enthaltsam leben, stirbt die Menschheit doch aus! Das mag stimmen, aber an ; zum Wohle der Menschheit mag man auch nicht wirklich glauben.

Nehmen wir alle. Betrachten wir sie. Beobachten wir, was Alle für ein Tierchen ist. Alle können sich ja nicht irren. Wenn alle Jesus als ihren Erlöser annehmen, kommen alle in den Himmel, und keiner mehr in die Hölle. Dann wird Gott die Hölle umsonst gebaut haben. Also müssen auch welche böse sein, sonst geht die Hölle kaputt. Schwachsinn? Eindeutig, aber in sich genau so stimmig, wie das Argument mit der aussterbenden Menschheit.

Man muss Prioritäten setzen. Wenn du - nach hoffentlich langem und erfülltem Leben - stirbst, mein lieber Freund, wo sind dann alle? Nimmst du sie mit ins Grab? Begleiten sie dich auf deinem Weg ins Ungewisse, womöglich ins Nichts? Dass es alle gar nicht gibt, wirst du spätestens an deinem Todestag erfahren. Wissen kannst du es bereits heute, indem du darüber nachdenkst. Alle ist ein Hirngespinst, ein Gedankenkonstrukt, du bist real. Alle ist abstrakt, du konkret.

Das Höchste, Reinste, Beste ist nicht das, was allen am Besten gefällt. Eine einzige Seele ist mehr wert als die gesamte Menschheit, wenn diese als das seelenlose "alle" auftritt. Eine Seele ist jedenfalls eine Seele mehr als null Seelen. Es ist eigentlich so leicht, das Glück nicht zu verfehlen, denn bei der Keuschheit weiß man bereits intuitiv, dass sie die beste Option ist. Jedoch weiß man auch - nicht erst seit Dostojewskij - , dass gerade weil es so leicht ist, glücklich zu sein, sich der Mensch so gern ins Unglück stürzt. Der Himmel kommt ihm dann angeblich langweilig vor - so langweilig, wie die Trauben dem Fuchs zu sauer sind;

Quelle (;;;keinverlag~at/kolumne;php?blog=7488&bid=57).
Autor (;;;keinverlag~at/autoren;php?autor=7488).

Ich las es gerade und fand es einfach mitteilenswert. Wer lesen kann, der lese.
Viel Vergnügen und einen schönen Nachmittag, möge er trockener sein als hier.

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[Sammy]
07.12.2011, 17:55

Finde ich im Ganzen sehr interessant. Alle gibt es nicht. Da hat er recht. Die Verallgemeinerung ist zu weit verallgemeinert, und schon haben wir das nächste Konstrukt. Die Allgemeinheit. Ich denke aber, das "alle" das Synonym für die rechtschaffene Gesellschaft darstellt. Dann würde es wieder passen.

Interessant ist also für mich, worunter definiert man "alle" ist "alle" wirklich alle? Wenn man sagt "alle" machen es so, meint man wirklich "alle" oder eben nur die rechtschaffende Gesellschaft der billig und gerecht denkenden...

Ein schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt.


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