Vollständige Version anzeigen : Sans Phrase


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12.11.2012, 18:36

Eine neue ideolgiekritische Zeitschrift kommt auf den Markt.
Klingt ganz gut und ist in Buchformat
Sans Phrase (;;;sansphrase~org/?page_id=28)

Kein Programm

Die Zeitschrift sans phrase verfolgt kein ‘Programm’, weder ein theoretisches noch ein politisches: Ihr einziges Interesse besteht in Ideologiekritik – darin, dem kollektiv wirksamen Wahn zu widersprechen in dem Wissen, dass er dem Innersten der Gesellschaft entspringt, dort, wo das Subjekt die Krise ‘bewältigt’, die das Kapitalverhältnis seinem Wesen nach ist. Der so gefasste Vorrang des Objekts erfordert allerdings einen Subjektbegriff, der in dem der Charaktermaske nicht aufgeht: Das notwendig falsche Bewusstsein in seiner Notwendigkeit zu durchschauen, setzt Freiheit voraus, wie jeder kategorische Imperativ sie beinhaltet – erst recht der von Marx, “alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist”.

Ideologiekritik bedeutet damit nichts anderes, als das Existentialurteil zu entfalten, dessen Abbreviatur nach Adorno lautet: “Das Ganze ist das Unwahre”. Doch wie das Unwahre selbst bestimmt, d;h. negiert wird, kann es per se niemals unabhängig von geschichtlicher Erfahrung sein und ist damit unabdingbar angewiesen auf den neuen kategorischen Imperativ: noch im Stande der Unfreiheit die Freiheit zu behaupten, “Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole”.

Solche Dialektik ist negativ, das heißt: sie gibt das Antinomische in keinem ihrer Begriffe preis. Aufzulösen wäre es nur, wenn jener Marxsche Imperativ in die Tat umgesetzt würde. Ein Verständnis hingegen, das Wirklichkeit nicht in Begriffen erschließt, die sich selbst kritisieren können, herrscht dieser Wirklichkeit das im Geld repräsentierte Mit-sich-selbst-identisch-Sein als eine ihr angeblich von Natur aus zukommende Eigenschaft auf. Anders, mit Freud gesagt: wer sich die Welt nur als Ansammlung von Zeichen denkt, macht sich unfähig, reale, von ihm getrennte Objekte libidinös zu besetzen.

Essayistisches Schreiben, das es allein rechtfertigt, eine Zeitschrift zu gründen, führt darum auch nicht Idiosynkrasien narzisstisch vor – und weiß dennoch, was es ihnen verdankt: Von ihnen zehrt der Gedanke, der über die Begriffslogik hinausgeht; sie sind die einzig mögliche – unmittelbare – Anwesenheit des Leibs im Denken. Aber auf sie sich einzuschränken und auf Begriffsbestimmung zu verzichten, wäre wiederum Regression des Denkens. Diese Gratwanderung hat die Begrifflichkeit des Essays mit dem Formsinn der Kunstwerke gemein. Nur fehlt ihr deren Evokationskraft, und schon deshalb kann sie sich selbst ohne Reflexion aufs Ästhetische im engeren Sinn nicht wirklich entwickeln.

Die Zeitschrift ist dabei wie in allen anderen Fragen der Kritik keineswegs pluralistisch. Sie hat nicht zuletzt das Ziel, den Konsens, auf den der Pluralist sich berufen muss, als der Form Kapital äquivalent bloßzulegen. Aber sie verteidigt mit größtem Engagement noch den Pluralismus gegen autoritäres Potential wie antiautoritäre Gewaltphantasie, die ihm selbst entspringen und beide – von attac bis occupy und Kommendem Aufstand – so auffällig die antikapitalistische Regression der Gegenwart kennzeichnen, terminierend in den schlimmsten Formen des Politischen: deutscher Ideologie und deren djihadistischer Fortsetzung. Die totale Vermittlung, die durchs Unwesen Kapital gesetzt ist, und das auf Totalität zielende Ungeheuer, das sie beseitigt, sind von der Kritik als Einheit zu begreifen, und dennoch dürfen sie ihr nicht eins sein, will sie ein Bewusstsein ihrer eigenen Voraussetzungen haben.

Wissenschaftliche Abhandlungen zu veröffentlichen, überlässt die Zeitschrift den dafür zuständigen Institutionen. In ihr werden keine Diskurse oder Narrative beschworen oder analysiert, denn dies ist die Selbstzerstörung des Pluralismus: Sie rufen in ihrer bewusst im Unverbindlichen gehaltenen Form und ihrem den Wahrheitsbegriff leugnenden Inhalt letztlich jenen Gegensouverän auf den Plan, der die Gesellschaft nicht nur auflöst in diffuse barbarische Vielheit. Anders als der Souverän, der die Form als Ausbeutungsform objektiviert, das heißt als ewig und allgemein verbindlich mittels Todesdrohung zu garantieren vorgibt, polt sie sein in der Krise notwendig auftauchender Kontrahent inhaltlich gezielt auf Vernichtung um der Vernichtung willen.

Am Hass, der Israel entgegenschlägt, weiß diese Zeitschrift darum sans phrase die heute gefährlichste Konsequenz solchen Wahns zu erkennen und zu denunzieren;

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bushido
12.11.2012, 19:09

Am Hass, der Israel entgegenschlägt, weiß diese Zeitschrift darum sans phrase die heute gefährlichste Konsequenz solchen Wahns zu erkennen und zu denunzieren;

:rolleyes:

sans phrase | Zeitschrift für Ideologiekritik (;;;sansphrase~org/)

Stephan Grigat: 20 Jahre Friedensprozess gegen Israel. Von Oslo zur iranischen Bombe

Grigat arbeitet als freier Autor unter anderem für Jungle World und Konkret und ist Mitglied bei Café Critique;[3]...

Im Zentrum von Grigats Interesse steht das Thema „Antisemitismus“ und sein Verhältnis zur Tradition der Linken wie zum Islam. Philosophisch versteht sich Grigat in der Tradition von Marx und der Kritischen Theorie, die er im Gegensatz zum traditionellen Marxismus und zum linken Mainstream sieht;[4]


Stephan Grigat (Politikwissenschaftler) – Wikipedia (;de;wikipedia~org/wiki/Stephan_Grigat_%28Politikwissenschaftler%29)


"Antideutsch" ist zunächst ein Etikett, das man Leuten aufgeklebt hat, die immer noch nicht davon lassen können, ihren Mitmenschen mit der ständig wiederholten Frage auf die Nerven zu gehen, wie sie es mit dem kategorischen Imperativ halten, alle Verhältnisse umzustoßen, in denen der Mensch ein geknechtetes, ein ausgebeutetes Wesen ist. ..;

Manfred Dahlmann - Antideutsch * Beitrag in der JW (;;;isf-freiburg~org/isf/beitraege/dahlmann-antideutsch;html)


Ich überlasse jedem selbst was er davon hält, aber ein paar Hintergründe machen deutlich um was es sich bei dieser "Zeitschrift" handelt.


XXXLutz
13.11.2012, 11:52

; bushido

Das wundert mich jetzt doch ein bisschen.

Das Blatt nimmt doch genau deine Themen auf:

Florian Markl: Gefährliche Märchen. Arabische Aufstände und westliche Revolutionsromantik

Manfred Dahlmann: Finanzkrise und deutsche Kriegskasse

Joel Naber: Es steht 99 zu eins: Antikapitalistische Zahlenmystik

Florian Ruttner: Credit rating agencies: Konjunkturen eines Feindbilds

Florian Markl: Gewählter Niedergang: Außenpolitik der Obama-Administration

Gerhard Scheit: Die wirkliche Herrschaftsstruktur in Europa und der Rechts-Linkspopulismus
...;



b2t:

Ich wusste gar nicht, dass die kritische Theorie in Österreich anscheinend noch so viele Anhänger hat.
Die Zeitschrift ist mir ein bisschen zu teuer, obwohl mich einige Aufsätze vom Titel her schon ansprechen würden.

MfG


bushido
13.11.2012, 14:23

; bushido

Das wundert mich jetzt doch ein bisschen.

Das Blatt nimmt doch genau deine Themen auf:


Das liegt daran, daß du dich noch nicht mit den grundsätzlichen Positionen dieser "Gruppierung" auseinandergesetzt hast.

Weitere antideutsche Positionen sind Solidarität mit Israel und Gegnerschaft zum Antizionismus, Antiamerikanismus und Antiimperialismus;

Während solche Befürchtungen von weiten Teilen der antiimperialistischen und autonomen Linken geteilt wurden, sorgte die Befürwortung des zweiten Golfkriegs von 1991 gegen den Irak erstmals für massive Zerwürfnisse. Eine Hauptrolle spielte hierbei die Hamburger Zeitschrift konkret, deren Herausgeber Hermann L. Gremliza sich aus Gründen der Israelsolidarität für den von der Regierung Kohl finanziell unterstützten Krieg aussprach. Noch weiter ging der antideutsche Vordenker Wolfgang Pohrt, der in Ausgabe 03/91 von Gremlizas Zeitschrift für den Verteidigungsfall Israels den Einsatz israelischer Kernwaffen gegen Bagdad empfahl, autonomen Anhängern der Parole ,,Kein Blut für Öl" völkisches Denken vorwarf und sie mit der Hitlerjugend oder dem Werwolf verglich;[5]

Antideutsche – Wikipedia (;de;wikipedia~org/wiki/Antideutsche)

Antideutsche sind Pseudolinke, die versuchen die feuchten Träume neokonservativer Spinner aus den USA und zionistischer Irrer aus Israel zu verteidigen. Krieg, Mord, Xenophobie, Folter und weitere Verletzungen von Menschenrechten aller Art, wenn sie durch das zionistische Regime bzw. die US Regierung begangen werden, werden von jeglicher Kritik ausgenommen. Antideutsche phantasieren mit schöner Regelmäßigkeit von der muslimischen Weltverschwörung, frei nach dem Motto die "Muslime sind unser Untergang". Plattformen wie PI News, die eigentlich im rechten Spektrum einzuordnen sind, finden bei vielen Antideutschen großen Zuspruch.

Was israelische Gelehrte von diesen Typen halten kannst du auch bei Wikipedia erfahren

Scharfe Kritik an ,,solidarisierungswütigen Israel-Freunden" übt der israelische Soziologe Moshe Zuckermann. In einem Beitrag Was heißt: Solidarität mit Israel? kritisiert er den ideologischen Blick auf Israel seitens der Antideutschen. Diese missbrauchten Israel als ,,pure Projektionsfläche für eigene Befindlichkeiten". Ihre ,,bedingungslose Solidarität" sei eine Farce, ,,die die reale Tragödie in eine Narrenposse verwandelt".

Stattdessen fordert er, die israelische Gesellschaft in ihrer geschichtlichen, politischen, sozialen und gesellschaftlichen Komplexität und Heterogenität wahrzunehmen. ,,Ideologisch durchwirkte Abstraktionen" seien kontraproduktiv. ,,Besonders unappetitlich" seien sie, so Zuckermann über das Israel-Bild der Antideutschen, wenn sie aus Deutschland kämen und die Juden beträfen;[16]


Das alles soll nicht heißen, daß Antideutsche in einer Reihe von Themenbereichen mit ihren Aussagen nicht richtig liegen, allerdings verlieren sie mit den o;a. Positionen in meinen Augen jegliche Kredibilität.


XXXLutz
13.11.2012, 18:14

Ich kenne keinen der Autoren und angeblich wird kein politisches Programm verfolgt, sondern es geht um die Aufdeckung von Missständen.

Man kann mal unbefangen reinlesen und wenns nichts taugt ist ja auch ok.

Hoffnungen habe ich zwar keine, da ich nichts mit der kritischen Theorie anfangen kann, aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

MfG


bushido
13.11.2012, 18:45

Ich kenne keinen der Autoren und angeblich wird kein politisches Programm verfolgt, sondern es geht um die Aufdeckung von Missständen;

Was ich mit meinen Posts bereits widerlegt habe. Selbstverständlich folgen die Herren einer Ideologie. Das zeigt sich doch schon in der Vorstellung des "Blättchens", die Access im Ausgangspost gepostet hat.


access denied
15.11.2012, 11:33

Ich wusste gar nicht, dass die kritische Theorie in Österreich anscheinend noch so viele Anhänger hat.
Die Zeitschrift ist mir ein bisschen zu teuer, obwohl mich einige Aufsätze vom Titel her schon ansprechen würden.

MfG


Doch gibts, in Wien und anders wo.


n0b0dy
11.12.2012, 21:18

Auch wenn einzelne Beiträge ganz brauchbar scheinen, kann ich mit diesem Lager der Antideutschen und selbsternannten Ideologiekritikern nichts anfangen. Scheinen die selben Leute zu sein, die sich beim ISF, der Bahamas und der Prodomo tummeln. Insofern kennt man auch schon die wesentlichen Fehler dieser Leute. Zum Beispiel die durchgängige Konfundierung von deskriptiver & normativer Ebene mit Sätzen wie "Die Wahrheit des Kapitals ist seine Abschaffung". Mit solch einer mystizistischen Marx-Lesart ist vernünftige Ideologie- und Kapitalismuskritik unmöglich. Grigat hat einige gute Sachen zum Fetischbegriff geschrieben, die Kritik an Ideologien wie dem Antizionismus & Antiimperialismus ist sicher auch weitgehend treffend, aber wenn er unter dem Banner der bedingungslosen Israelsolidarität nicht mal ein Problem damit hat, dass der Mossad foltert, dann fällt es mir schwer so jemanden noch als Teil einer emanzipatorischen Bewegung zu sehen.

Es gibt ein weiteres Zeitschriftenprojekt, das leider erst im Herbst 2013 startet, aber von den Leuten die beteiligt sind und den bisher feststehenden Themen sehr viel interessanter aussieht. Und zwar die Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie vom Institut für Sozialtheorie , wo unter anderem Ingo Elbe aktiv ist.
Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie - Institut für Sozialtheorie (;;;sozialtheorie~de/Zeitschrift-fur-kritische)
Da könnte auch für "Antideutsche" ganz interessant sein. Das Projekt sieht sich übrigens ebenso in Tradition der kritischen Theorie. Die ersten beiden Themen: "Subjekte der Vernichtung", "Gesellschaft und Natur. Strategien der Naturalisierung"


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