Vollständige Version anzeigen : Steuern bei Job über 450€ neben dem Studium


Cresa
25.05.2014, 21:08

Hey RRler,

Ich möchte neben dem Studium einwenig arbeiten gehen, und jetzt überrollt mich die Informationswelle zu Lohnnebenkosten und Krankenversicherung etc.
Suche einwenig Rat bei euch bzw. denen, die sich damit schon länger beschäftigen.

Zu "meinen Daten": ich bin 24, Student im 6. Semester Bachelor und würde bei der Arbeit 8€ pro Stunde bekommen, während ich wohl 28 Stunden die Woche arbeiten werde.
Dieses Semester ist also eher arbeiten als Uni dran!



Da ich nicht an der Uni arbeite, bin ich also keine Studentische Hilfskraft. Auch trifft der Status "Werkstudent" wohl nicht auf mich zu, da ich mehr arbeite als ich die Uni besuche.
Nach meinen Recherchen heißt das also, dass ich Lohnnebenkosten zahlen muss. Hab das mal online berechnet, allerdings war mir nicht bei allen Parametern bewusst, was ich eingeben sollte (Umlage U1, Beitragssatz KV..;). Hoffe diese Informationen bekomme ich, wenn mein ELSTER account freigeschaltet wurde.
Die Lohnnebenkosten sollen sich auf jeden Fall auf 207 € belaufen. Macht dann ein Nettogehalt von 689€.

Jetzt bin ich mir allerdings nicht sicher, ob ich eine eigene Krankenversicherung benötige. Da würden ja auch nochmal 100€ mtl. auf mich zukommen.

Letztendlich will ich überprüfen, ob ich nicht bei einem 450€ Minijob bleibe, um mir die ganzen Scherereien mit den Steuern zu ersparen. Weitere Kosten wie Rundfunkgebühren kommen dann z;B auch auf mich zu, weil ich kein Bafög mehr bekäme und und und...


Hoffe ihr könnt mir Beistand leisten und Unklarheiten beseitigen, oder zumindest eine gute Informationsquelle benennen.
Wäre euch wirklich seeeehr dankbar!

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phraser
26.05.2014, 21:42

Hi,

es wird folgendes unterschieden:

- Verdienst du mehr als 450 Euro
- Arbeitest du mehr oder weniger als 20 Stunden die Woche

Das hast du beides ja schon richtig festgestellt.
Nun ist es auch so, dass du in dem Fall von mehr als 450 Euro/Monat und mehr als 20 Stunden die Woche (beides bei dir JA) nicht nur Lohnsteuer- sondern ganz normal Abgabenpflichtig bist. Das heißt du zahlst Rentenversicherung sowie Sozialversicherung, also auch Krankenkasse!

In deinem Fall hast du aber Glück mit der Lohnsteuer, denn bei dem Betrag von 900Euro Brutto im Monat zahlst du keine ;-)

Die Sozialversicherung musst du aber trotzdem bezahlen. Ich habe es jetzt nicht berechnet, würde aber aus dem Bauch heraus insgesamt so 150-200Euro schätzen.


Zu überlegen ist dann natürlich, ob du nicht "weniger" arbeitest, oder nicht vielleicht die Möglichkeit hast, in einem anderen Job ein wenig mehr zu verdienen. Bei 10 Euro Stundenlohn kannst du z;B. ohne Probleme unter den 20 Stunden bleiben - bleibst auch Lohnsteuerfrei und musst keine Sozialabgaben zahlen. (Hierbei ist dann aber wieder zu beachten, dass z;B. Familienversicherungen nicht ausreichen, falls du mehr als 450 verdienst - dann wird eine studentische Versicherung für aktuell knappe 77Euro fällig)


Cresa
26.05.2014, 22:27

Ah, das mit der 900€ Grenze für die Lohnsteuer hab ich noch nicht gewusst!

Mich verwirrt grad noch ein wenig die Sache mit der Krankenkasse/versicherung. Die Krankenversicherung ist eine Steuer, damit das Sozialversicherungssystem Deutschland läuft, und zusätlich benötige ich noch eine Versicherung bei einer Krankenkasse, damit ich Versichert bin? Wird wohl so sein, möchte das aber gerne bestätigt sehen.

Achja nochwas! Kriege ich eigentlich irgendwelche relevanten Informationen durch meine Lohnsteuerkarte?
Sowas wie die Steuerklasse z;B;, wodurch sich dann die Zusammensetzung der Sozialabgaben ändert? Oder sind die Sozialabgaben für jeden Arbeitnehmer fix?

Danke für die Antwort phraser ;)


pyro
27.05.2014, 20:30

Hey,

ich würde dir empfehlen, nicht mehr als 20 Stunden / Woche zu arbeiten. Wenn du über diese "magische Grenze" kommst, bist du nämlich rechtlich gesehen kein Studierender mehr. Dass heißt u;A. dass du nicht mehr familienversichert bist (normalerweiße ist man als Student unter 25 Jahren ja bei den Eltern mitversichert) und deshalb Abgaben an die Krankenkasse zahlen musst. Außerdem bekommst du kein BaföG mehr und falls deine Eltern Kindergeld für dich bekommen fällt das auch weg.

Die 20 Stunden / Woche gelten nur in der Vorlesungszeit, in der vorlesungsfreien Zeit darf man auch mehr arbeiten.


Cresa
27.05.2014, 21:38

Kein Bafög mehr? tatsächlich?
Hab das noch nicht rausgefunden, aber dachte, wenn man über eine bestimmte Summe kommst, wird das Bafög nur geringer?!

Man darf 4800€ dazu verdienen, bzw 400 € im Monat (glaube die Zahlen wurden leicht erhöht). Bezieht sich wahrscheinlich auf das Nettogehalt. Ob mir das Bafög komplett gestrichen wird, wenn ich 450€ verdiene, wäre jetzt interessant...


Ich würde auch mit meinem Gehalt in der Gleitzone liegen, d;h. Midijob.
Dabei sollen reduzierte Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Hab' aber keine gute Informationsseite gefunde. Mal wird die Sachlage gut für den Arbeitgeber, mal für den Arbeitnehmer dargestellt. Verwirrt echt dieses Steuerzeugs -;-


phraser
27.05.2014, 23:37

Ah, das mit der 900€ Grenze für die Lohnsteuer hab ich noch nicht gewusst!
Die Grenze liegt sogar ziemlich genau bei 900^^ 2013 war der Jahresfreibetrag 10;881,99 Euro, in dem Fall würden deine 12*900 (10800) darunter liegen.
Mich verwirrt grad noch ein wenig die Sache mit der Krankenkasse/versicherung. Die Krankenversicherung ist eine Steuer, damit das Sozialversicherungssystem Deutschland läuft, und zusätlich benötige ich noch eine Versicherung bei einer Krankenkasse, damit ich Versichert bin? Wird wohl so sein, möchte das aber gerne bestätigt sehen;
Nein - die Krankenversicherung bezahlst du ja "direkt" an die Krankenkasse. In manchen Fällen (unter 450 Euro Einkommen) kannst du als Student bei deinen Eltern gesetzlich mitversichert bleiben, ohne dich selbst versichern zu müssen.
Verdienst du mehr brauchst du mindestens eine studentische Versicherung (wie gesagt ca 77Eur im Monat). Wie viel du dann verdienen darfst, weiß ich nicht genau. Glaube das ist aber relativ offen nach oben hin (Zumindest bei meiner KK - ob das bei allen gleich ist müsste ich auch googeln.;) Darfst aber trotzdem dann nicht über die 20 Stunden pro Woche kommen, da du dann wie pyro schon sagte nicht mehr als Student zählst..

Achja nochwas! Kriege ich eigentlich irgendwelche relevanten Informationen durch meine Lohnsteuerkarte?
Sowas wie die Steuerklasse z;B;, wodurch sich dann die Zusammensetzung der Sozialabgaben ändert? Oder sind die Sozialabgaben für jeden Arbeitnehmer fix?


In der Regel bist du Steuerklasse 1. Hast du Kinder von denen du weißt? Bist du verheiratet? Wenn beides nein - dann Steuerklasse 1.


Cresa
10.06.2014, 20:13

Danke für die Hilfen schonmal!

Ich stehe jetzt zwischen der Entscheidung: Minijob (450€) oder Midijob (640€).
Die 20 Stunden in der Woche werde ich in beiden Fällen nicht überschreiten.





Mir geht es jetzt um die Steuern und Beiträge von AG und AN.

Minijob:
AG muss ca. 25% zusätzlich zu meinem Gehalt von 450€ für Kranken- und Rentenversicherung 23%) und Lohnsteuer (2%) abgeben. Ist das richtig?
Ich als AN bleibe dagegen von Steuern und Beiträgen frei?

Midijob:
Ich habe eine Information gefunden, wo der AG bei einem Midijob viel günster als bei einem Minijob davonkommt. Hat da jemand genaue Zahlen?
Ich als AN bleibe als Werkstudent (20h/Woche) Sozialversicherung frei. Richtig?
Und mit der Steuerklasse I würde ich bei 640€/Monat auch keine Lohnsteuern zahlen müssen?
Allerdings gibt es da doch noch was mit der RV. Jeweils 9,45% AG und AN? Kann ich mich befreien lassen?

Noch eine allgemeine Frage:
Muss ich eigentlich trotzdem Steuern zahlen, kriege sie nur durch den Lohnsteuerjahresausgleich zurück?
Oder bleib' ich tatsächlich von vornherein verschont?^^




Ich danke euch schonmal viemals für Antworten!
:)


async
12.06.2014, 12:15

Theoretisch solltest du von den Steuern verschont bleiben. Wenn sie dir was abziehen musst du eine Steuererklaerung machen und das ganze zurueck fordern.

Zwecks Krankenkasse hatte ich mal ein aehnliches Problem. Ich hab im Monat zwischen 800 und 1000Euro verdient, allerdings kann man innerhalb der Steuererklaerung auch Werbekosten abrechnen, sodass ich mit pauschalem Abrechnen von 2 Heimfahrten im Monat, Studiengebuehren, Buecher etc. auf < 450 Euro durchschnittliches Einkommen kam. Weswegen ich mich dann rueckwirkend familienversichern lassen wollte. Erst hat sich die Krankenkasse (Barmer) quergestellt, als wir dann aber mit Klage gedroht haben, ging das dann aber doch ganz schnell.

Familienversichert ist also moeglich, aber eventuell etwas schwieriger.


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