Vollständige Version anzeigen : Bundesregierung hält Austritt Griechenlands für verkraftbar


bushido
04.01.2015, 07:28

Bundesregierung hält Austritt Griechenlands für verkraftbar

Entgegen ihrer bisherigen Linie ist die Bundesregierung (;themen;t-online~de/news/bundesregierung) bereit, Griechenland (;themen;t-online~de/news/griechenland) notfalls aus der Eurozone (;themen;t-online~de/news/eurozone) ausscheiden zu lassen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Einem Vorabbericht zufolge halten sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (;;;t-online~de/nachrichten/id_71406342/angela-merkel-news-und-infos-ueber-die-bundeskanzlerin;html) als auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (;;;t-online~de/nachrichten/id_71472284/wolfgang-schaeuble-ist-derzeit-bundesminister-der-finanzen;html) (beide CDU) einen Austritt der Griechen für verkraftbar.

[.;]

Bundesregierung hält Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro für verkraftbar (;;;t-online~de/wirtschaft/id_72359360/bundesregierung-haelt-ausscheiden-griechenlands-aus-dem-euro-fuer-verkraftbar;html)


Das sollten sich die ganzen Euro und EU Fanatiker genau anschauen und vor allem die Aussagen und Entscheidungen dieser Politiker aus der Vergangenheit mal Revue passieren lassen (Stichwort: alternativlos). Jetzt, im Hinblick auf den zu erwartenden Wahlsieg der Linken in Griechenland drehen sie ihr Fähnchen in den Wind um zu retten, was schon lange nicht mehr zu retten ist.

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raid-rush
04.01.2015, 09:57

Generell finde ich das nicht gut, aber wenn der bisherige Weg keinen Erfolg bringt oder nicht erwünscht ist von den Griechen, bleibt auch nichts anders übrig als der Austritt aus der Währungsunion. Das bedeutet natürlich nicht automatisch das ein Schuldenschnitt auch folgt. Auch wenn das damit zunehmend Wahrscheinlicher wird, weil Griechenland mit neuer Währung eine enorme Abwertung und Kaufkraftverlust erleiden würde. Ebenso wie es schwer wird Investoren zu finden die dem Land noch mal Geld anvertrauen.

Schlussendlich sieht es für Griechenland nicht gut aus, das Land wird sich von seinen Sozialleistungen und bisherigen Lebensgewohnheiten verabschieden müssen.

Das ist schade für die Griechen, die sich etwas aufgebaut haben und jetzt vor Trümmern stehen. Ich vermute aber das der Euro in Griechenland weiterhin überwiegend "Zahlungsmittel" bleibt - weil die werden alle ihr Geld in Euro Bargeld sichern oder was die Reichen eh schon gemacht haben ihr Kapital ins Ausland schaffen und in Griechenland alle Verbindlichkeiten Verhökern.

Mal sehen was die Demokratie den Griechen so beschert. Möglicherweise werden sogar diverse Inseln verkauft an Privat oder andere Staaten.

Zumindest der Ölpreis dürfte ein Hoffnungsschimmer für die Schwellenländer sein.


bushido
04.01.2015, 10:11

Generell finde ich das nicht gut, aber wenn der bisherige Weg keinen Erfolg bringt oder nicht erwünscht ist von den Griechen, bleibt auch nichts anders übrig als der Austritt aus der Währungsunion. Das bedeutet natürlich nicht automatisch das ein Schuldenschnitt auch folgt. Auch wenn das damit zunehmend Wahrscheinlicher wird, weil Griechenland mit neuer Währung eine enorme Abwertung und Kaufkraftverlust erleiden würde. Ebenso wie es schwer wird Investoren zu finden die dem Land noch mal Geld anvertrauen;

Ein Austritt aus dem Euro, eine Wiedereinführung der Drachme muß und wird mit einem Schuldenerlaß einhergehen. Ich habe genau dies schon vor Jahren vorhergesagt, da wollte es niemand hier hören.

Schlussendlich sieht es für Griechenland nicht gut aus, das Land wird sich von seinen Sozialleistungen und bisherigen Lebensgewohnheiten verabschieden müssen;

Das hat das Land längst, die sozialen Zustände sind katastrophal, Griechenland befindet sich in großen Teilen bereits auf dem Niveau eines dritte Welt Landes.

Griechenland wird zu einem Dritte-Welt-Land gemacht | FORMAT~at (;;;format~at/news/international/griechenland-dritte-welt-land-351057)

Ob Griechenland überhaupt Goldreserven verkaufen muss für eine neue billig Währung bleibt offen;

Das wäre so ziemlich das Dümmste was sie machen könnten. Auch wenn das in deinen Kopf nicht hineinzugehen scheint, Gold wird im weltweiten Währungssystem zukünftig wieder eine entscheidende Rolle spielen. Die Zuwächse physischen Goldes in den Beständen der Zentralbanken außerhalb der westlichen Welt deuten genau darauf hin!


raid-rush
04.01.2015, 11:03

Du sagst bei vielen Themen etwas Voraus. Ein Seher (;;;comedix~de/lexikon/special/bildsprache/img/methoden/gedanken;jpg) macht das auch. Das kann zutreffen oder auch nicht. Heute regnet es, dann wird bald wieder Sonne scheinen - wenn das stimmt, wird wohl der Rest auch wahr sein :rolleyes:.

Wenn in Griechenland ein neues Währungs-System eingeführt wird, das vermutlich etwas rabiater sein muss um sich durchzusetzen, kannst du eher davon ausgehen, dass sie eine weitere Kapitalflucht verhindern wollen. Dafür gab es früher zu Gründerzeiten ein effektives Goldverbot. Gerade eine ggf. sozialistischere Regierung könnte da stark hinterher sein.

Falls dir der Hobbit schon unter die Linse gekommen ist, du weist ja was mit den Gold verrückten Zwergen passiert ist.

Gold wird in Währungssystemen eher weniger eine Rolle spielen, weil doch der Währungswert heute flexibler sein muss als früher oder wieso denkst du hat die Schweiz ihre Goldreserven verkauft um die Währung zu drücken um einen Wirtschaftskollaps zu verhindern. Die Aussage ist Ökonomisch totaler Unsinn.

Hätten alle eine stark Gold basierte Währung dann würde ja überall genau das Problem bestehen was jetzt die Griechen auch haben mit einer Währung die sie nicht abwerten können passend zur Wirtschaftsleistung.

Der Währungskrieg geht also eher darum günstiger zu sein, und deshalb steigen die Goldreserven der stark Wachsenden Staaten im Verhältnis viel zu wenig. Das widerspricht also komplett deiner Aussage.


bushido
04.01.2015, 11:46

Du sagst bei vielen Themen etwas Voraus. Ein Seher (;;;comedix~de/lexikon/special/bildsprache/img/methoden/gedanken;jpg) macht das auch. Das kann zutreffen oder auch nicht. Heute regnet es, dann wird bald wieder Sonne scheinen - wenn das stimmt, wird wohl der Rest auch wahr sein :rolleyes:;

Genau solch eine Antwort habe ich erwartet. Das was wir heute in Griechenland erleben war zu erwarten, wenn man auch nur ein bißchen ökonomischen Sachverstand aufzuweisen hat.

Gold wird in Währungssystemen eher weniger eine Rolle spielen, weil doch der Währungswert heute flexibler sein muss als früher oder wieso denkst du hat die Schweiz ihre Goldreserven verkauft um die Währung zu drücken um einen Wirtschaftskollaps zu verhindern. Die Aussage ist Ökonomisch totaler Unsinn;

Die Realität spricht eine andere Sprache! Die Schweiz ist zudem kein Maßstab für den Rest der Welt. Du scheinst auch unter diesem "Herrenmenschensyndrom" der Westen sei "die Welt" zu leiden.

Hätten alle eine stark Gold basierte Währung dann würde ja überall genau das Problem bestehen was jetzt die Griechen auch haben mit einer Währung die sie nicht abwerten können passend zur Wirtschaftsleistung.

Der Währungskrieg geht also eher darum günstiger zu sein, und deshalb steigen die Goldreserven der stark Wachsenden Staaten im Verhältnis viel zu wenig. Das widerspricht also komplett deiner Aussage;


Das mit einer wie auch immer gearteten Bindung der Währungen an Gold, Öl oder andere Rohstoffe weltweit massive Veränderungen verbunden sein werden / müssen bestreitet niemand. Ich widerspreche mir insofern überhaupt nicht.


n0b0dy
04.01.2015, 11:55

Abwarten. Die große Mehrheit der Griechen will im Euro bleiben. Merkel weiß das. Merkel weiß auch, dass sie sowas nicht allein entscheiden kann. Mario Draghi hat da sicher ne andere Position. Das ist einfach Wahlkampf gegen SYRIZA, die im Euro bleiben will. Im Hintergrund laufen schon seit längerem geheime Gespräche zwischen SYRIZA und Berlin.
A German Minister Has Been In Secret Talks With Syriza For Weeks To Save The Euro | Business Insider (;;;businessinsider;com~au/jorg-asmussen-is-in-talks-with-syriza-2014-12)

SYRIZA hätte nach der neusten Umfrage die absolute Mehrheit. Wenn allerdings die EU trotz aller ökonomischen Rationalität an Griechenland ein Exempel statuieren will und kein Stück von den Sparvorgaben abrücken würde - dann gäbs höchstwahrscheinlich ein Referendum zum Euro-Austritt in Griechenland. So ähnlich hat das Tsipras auch angekündigt.
Es wäre ökonomisch besser im Euro zu bleiben, aber der Euro ist auch keine weitere Massenverelendung wert.


m00pd00p
04.01.2015, 12:01

Das sollten sich die ganzen Euro und EU Fanatiker genau anschauen [.;]
Warum gehst du damit dann nicht irgendwohin wo es Euro und EU Fanatiker gibt...


XXXLutz
04.01.2015, 12:50

Kleines Gedankenspiel:

Selbst bei Einführung der Drachme 2;0 wird doch kein Grieche seine Euros hergeben. Die die es noch schaffen werden ihre Konten plündern, der verbliebene Rest wird zwangsgetauscht und auf der Straße wird es einen €-Schwarzmarkt geben.

Alles völlig unkalkulierbar und am Ziel vorbei.

Zum Thema Schuldenschnitt:

Hätte man mMn schon zu Beginn der Krise machen sollen.
Am elegantesten wäre bei einem €-Austritt die Konversion (Die Gläubiger werden sich nur leider nie darauf einlassen^^) der Schulden in die Drachme 2;0 und daraufhin gezielte Inflation.

_____________________________________

Ansonsten der nächste 180° Schwenk von Frau Merkel, erwartbar aber nicht entschuldbar.

Prinzipientreu und so..;naja was soll man dazu noch sagen

MfG


bushido
04.01.2015, 13:14

Warum gehst du damit dann nicht irgendwohin wo es Euro und EU Fanatiker gibt..;

Warum sollte ich mich zu solchen *********en begeben?


n0b0dy
04.01.2015, 23:17

Das scheint echt ein Alleingang Merkel/Schäuble gewesen zu sein. Die SPD & Brüssel sind not amused.
Wie gesagt: Wahlkampf. Selbst wenn man ökonomisch einen Austritt Griechenlands verkraften könnte, wäre das eine Steilvorlage für alle Rechtspopulisten in Europa von AfD bis Le Pen.

Die taz bringts mal wieder auf den Punkt.
Auch mit der Interviewfrage an die Grünen "warum klingen die Grünen bei Griechenland wie Wolfgang Schäuble?". Oppermann klingt auch wie Schäuble. Hier zeigt sich das wahre Gesicht. Wer die immer noch wählt darf sich meiner Verachtung sicher sein.
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Sancho-Pancho
05.01.2015, 06:09

Das sollten sich die ganzen Euro und EU Fanatiker genau anschauen und vor allem die Aussagen und Entscheidungen dieser Politiker aus der Vergangenheit mal Revue passieren lassen (Stichwort: alternativlos). Jetzt, im Hinblick auf den zu erwartenden Wahlsieg der Linken in Griechenland drehen sie ihr Fähnchen in den Wind um zu retten, was schon lange nicht mehr zu retten ist;
Glücklicherweise können Menschen ihre Meinungen/Ansichten auch ändern, wenn die Gegebenheiten sich ändern. Darin kann ich selbst unserer Wetterfahne herself - Merkel - keinen Vorwurf machen. Kritikwürdig ist sicherlich, eine Situation als alternativlos darzustellen und unter allen Umständen daran festhalten zu wollen. In diesem Sinne ist ein möglicher Austritt Griechenlands vielleicht ein Fortschritt. Prinzipiell wäre es vielleicht sogar einer, wenn die EU sich wieder in Einzelstaaten auflösen würde.
Aber ich wage die Prognose, dass gerade Deutschland als aktueller Profiteur, wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müsste.

Ein Austritt aus dem Euro, eine Wiedereinführung der Drachme muß und wird mit einem Schuldenerlaß einhergehen. Ich habe genau dies schon vor Jahren vorhergesagt, da wollte es niemand hier hören;
Muss nicht und wird vielleicht auch nicht. Dich in deiner selbstgerechten Art aufplustern kannst du also dann, wenn es so weit ist.
Im Übrigen hat raid-rush, wie so viele andere, vollkommen Recht. Wer viel Müll labert, erzählt irgendwann auch mal etwas, was richtig ist.

Generell finde ich das nicht gut, aber wenn der bisherige Weg keinen Erfolg bringt oder nicht erwünscht ist von den Griechen, bleibt auch nichts anders übrig als der Austritt aus der Währungsunion;
Nö - man könnte einen effektiveren Weg versuchen. Nur traut man sich weder hier, noch in einem anderen Land in der EU an die Reichen heran. Man sollte halt einfach mal schauen, wer wirklich wie viel Steuern zahlt. Und natürlich Steuerprivilegien abschaffen, wie bspw. die Steuerfreiheit (konkret geringe Besteuerung - s. unten) für Reeder. Patriotismus der Reeder in Griechenland (;;;griechenland-blog~gr/2012/06/patriotismus-der-reeder-in-griechenland/8466/)
Vermutlich könnte die Famlie Onassis den griechischen Staatshaushalt alleine sanieren. ;)

Das Problem ist eben, dass die Leute, die das meiste Geld haben, nicht bereit sind, dies auch für das Wohl ihres Staates einzusetzen. Da wettert dann ein Reeder über einen ineffizienten Staat, profitiert aber selber davon.
ZDF-Doku „Die Griechenland-Lüge“: Griechische Reeder zahlen keine Steuern - Staatsverschuldung - FOCUS Online - Nachrichten (;;;focus~de/finanzen/news/staatsverschuldung/zdf-doku-ueber-griechenland-kein-reeder-muss-steuern-zahlen_aid_749838;html)
Die Doku findet sich bestimmt bei youtube.

Seit Anfang 2013 gibt es, soweit ich weiß, endlich eine Besteuerung mittels einer "Tonnage-Steuer", wobei das eigentlich nur eine Ermittlungsmethode für pauschalierte Gewinne ist, die laut Wikipedia im Regelfall durch geringe Steuerpauschalbeträge eine deutlich geringere Steuerlast ergibt, als eine reale Gewinnbesteuerung.
Grund zur Klage haben die Reeder also nach wie vor nicht. Griechenland subventionert Handelsflotte: Reeder zahlen keine Steuern - taz~de (;;;taz~de/!97114/)
(Sieht bei uns übrigens wohl ähnlich aus mit den Steuern;)

Wer die immer noch wählt darf sich meiner Verachtung sicher sein;
Eben...
Frei nach Volker Pispers: Rund 70-80 Prozent der Menschen halten das Wahlprogramm und die Aussagen der Linken für richtig. Und trotzdem wählen die - mmhhh... - Menschen? die Parteien, die größtenteils gegen sie selbst und ihre eigene Überzeugung handeln. Stattdessen lamentiert man immer wieder mit idiotischen Sprüchen von der Nachfolge-SED-Partei... ;(


bushido
05.01.2015, 07:37

Muss nicht und wird vielleicht auch nicht. Dich in deiner selbstgerechten Art aufplustern kannst du also dann, wenn es so weit ist~Im Übrigen hat raid-rush, wie so viele andere, vollkommen Recht. Wer viel Müll labert, erzählt irgendwann auch mal etwas, was richtig ist;

Was Müll ist und was nicht ist rein subjektiv. Aber du kannst ja mal auflisten was bei mir alles in diese Müllkategorie fällt. Würde ich mich echt drüber freuen. Gibt einen Thread im Stammuserforum (Fragen-an-Bushido-%28Forenuser%29), den du dafür nutzen kannst.


raid-rush
05.01.2015, 12:01

Ich sehe den Sparkurs als sehr Wichtig an, nur so besteht auch bedarf eines funktionierenden Steuersystems und der Sparsamkeit mit Ausgaben. Weil weiter Geld schieben wie es vorher war, macht alles nicht besser das Land lebt nur auf Pump und wird so nichts erreichen. Die müssen selbst auf die Beine kommen und dafür wird das Lohnniveau deutlich sinken müssen, Sozialabbau ist möglicherweise auch nötig (könnte aber vermieden werden, wenn der Sparkurs fruchtet, kann auch dort mit EU Geldern ausgeholfen werden) und das wird es mit oder ohne Euro. Denn wohlgemerkt das ist die EU in keinem sozialistischem Paradies. Hier will niemand etwas verschenken, das denke nicht ich mir aus sondern das ist die Meinung der Mehrheit.

Griechenland muss attraktiv für Unternehmen werden und es muss sich dort für Einheimische lohnen etwas zu schaffen und das geht nur wenn sie Preiswert arbeiten und gute Voraussetzungen haben (niedrige Energie-Preise, niedrige Mieten) und damit sehr günstig in die EU exportieren können oder ggf. durch das gesunkene Preisniveau sogar außerhalb des Euroraums (wenn der Euro glücklicherweise weiter fällt).

Wenn sie zur Drachme wechseln sind sie zwar noch günstiger, aber haben auch keine Kaufkraft mehr.
Die Garantie im Euroraum sorgt dafür, dass Griechenland überhaupt noch Geldgeber bekommt für moderate Zinsen.

Griechenland würde ohne den Euro schlechter da stehen als Afrika weil keiner dort Investiert, gibt nicht mal Bodenschätze. Selbst wenn alle Schulden erlassen würden, die Zinsen wären bei 30% der Schuldenberg würde sofort wachsen und das BIP wieder mehrfach übersteigen. Zudem könnte die Demokratie zerbrechen, weil sich Radikalisierung breit macht und das Land ggf. Handlungsunfähig wird.

Wenn sparen schon kaum Solidarisch ist, dann ist die Forderung eines Euroaustritts ein Stich in den Rücken, absolut unmoralisch. Zudem ist die Mehrheit der Griechen dafür weiter im Euro zu bleiben.

Also werden sich die Leute schwer überlegen ob sie alles Riskieren, oder doch die bittere Medizin schlucken.


bushido
05.01.2015, 12:11

das Land lebt nur auf Pump

Es wird dich überraschen, aber unser Finanzsystem basiert auf einem Leben auf Pump und das was du sparen nennst, heißt nichts anderes als bei den kleinen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen und damit ein menschenwürdiges Leben unmöglich zu machen.

Die müssen selbst auf die Beine kommen und dafür wird das Lohnniveau deutlich sinken müssen,
Sozialabbau ist unvermeidbar und das wird es mit oder ohne Euro;


Ich wünsche dir genau das was der kleine Grieche derzeit durchmachen muß, nicht dauerhaft, aber für eine gewisse Zeit, damit du mal von deinem hohen Roß herunterkommst.

Denn wohlgemerkt wir sind hier in der EU in keinem sozialistischem Paradies. Hier will niemand etwas verschenken, das denke nicht ich mir aus sondern das ist die Meinung der Mehrheit;

Warum werden denn dann die Verluste der Banken sozialisiert? Warum laesst man diese nicht einfach pleitegehen? Du mußt dich schon entscheiden. Entweder der Sozialismus gilt für alle oder für keinen.

Griechenland ... gibt nicht mal Bodenschätze;

Das ist unwahr. Bitte informieren!


n0b0dy
05.01.2015, 13:38

;raid-rush: Die Kaufkraft ist um 40% gesunken. Der Export ist kein Stück besser und die Binnenwirtschaft im Arsch. Merkst was?


Thrake7
05.01.2015, 13:54

Ein Austritt aus dem Euro, eine Wiedereinführung der Drachme muß und wird mit einem Schuldenerlaß einhergehen. Ich habe genau dies schon vor Jahren vorhergesagt, da wollte es niemand hier hören;

Es gibt keinen Ausstieg aus der EURO Zone, AUßER man verlässt die EU. Doch ich bin mir sicher, dass der Austritt aus der Euro-Zone oder der EU Griechenland wirtschaftlich nur noch deutlich mehr runterziehen wird. Der Wert der Drachme wird sehr schnell fallen und Griechenland ist weder in der Lage, Rohstoffe zu importieren, um diese zu veredeln und für einen höheren Preis zu verkaufen. Die wären sogar noch schlechter dran als ohne die EU. Durch die EU stehen sie heute besser als als ohne sie.

Wollen wir das? Wenn die Banken sehen, dass man aus der EURO Zone aussteigen kann, so wird keiner mehr in diese Länder investieren, weil diese damit zum Tode verurteilt werden könnten. Statt die Länder zu Retten, wirft man nämlich diese weg. Das wäre schlecht für alle.

Wichtig ist es nur, dass Griechenland an seinen Sparkurs festhält. Die Nachricht, dass man auf Griechenland aus der EURO-Zone rausschmeißen könnte, soll die Griechen nur unter Druck setzten. Die wollen das sicher nicht, denn sie wissen: Fliegen Sie aus der EU, ist ihr Land dem untergang geweiht. Bis jetzt war Ihnen das nur nicht klar, ob das überhaupt möglich ist.


raid-rush
05.01.2015, 14:31

Es wird dich überraschen, aber unser Finanzsystem basiert auf einem Leben auf Pump
Das nennt sich Kapitalismus und gehört zum System dazu. Schulden sind also kein Thema so lange die Zinsen gezahlt werden können bzw das Volumen nicht die Zukunftsleistung bzw langfristige Rückzahlungsfähigkeit übersteigt. Das dabei nicht alles immer rund läuft und getrickst werden muss, liegt auf der Hand aber lässt sich auch nicht wegzaubern deshalb muss man die Basis erst mal so hinnehmen.


Ich wünsche dir genau das was der kleine Grieche derzeit durchmachen muß, nicht dauerhaft, aber für eine gewisse Zeit, damit du mal von deinem hohen Roß herunterkommst;
Ich bin hier nicht derjenige der gegen den EURO und die EU Solidarität wettert... das kann man aber genau deinen Beiträgen entnehmen. Ziemlich heuchlerisch jetzt zu versuchen mich so darzustellen.


Warum werden denn dann die Verluste der Banken sozialisiert? Warum laesst man diese nicht einfach pleitegehen? Du mußt dich schon entscheiden. Entweder der Sozialismus gilt für alle oder für keinen;
Ganz einfach weil die Banken unter anderen auch Griechenland finanzieren und weil "das Geld der kleinen Sparer" dort ebenso mit drin steckt. Auf der einen Seite tust du so, als würdest du die "Kleinen" verteidigen, auf der anderen soll die Bank pleite gehen und Griechenland aus dem Euro. Das ist wie so oft absolut Widersprüchlich, du scheinst dir einfach die Seite auszusuchen die besser zum "Feindbild" passt.

Das ist unwahr. Bitte informieren!
In Griechenland gibt es keine großen Bodenschätze die ein Volk ernähren könnten und wenn dann nur Kurzfristig. Das ist ein unterschied, zu den Ländern die von Bodenschätzen wie Öl, Erzen und Mineralien leben können, weil diese leicht zu fördern (wirtschaftlich) sind und in großer Menge vorhanden sind.

Außerdem ist das Ausbeuten von Rohstoffen kein dauerhafter Fortschritt und das geht eben nur wenn es sich auch lohnt, die aufwendige Förderung anzupacken. Wäre es wirtschaftlich würde man dort schon längst alles raus holen was geht.

Vorwürfe um sich werfen kann jeder, wo sind deine Argumente, was ist der richtige Weg? Scheint dir wohl völlig egal zu sein, Hauptsache sticheln und einen Schuldigen finden.


Sancho-Pancho
05.01.2015, 14:52

Ich sehe den Sparkurs als sehr Wichtig an, nur so besteht auch bedarf eines funktionierenden Steuersystems und der Sparsamkeit mit Ausgaben. Weil weiter Geld schieben wie es vorher war, macht alles nicht besser das Land lebt nur auf Pump und wird so nichts erreichen. Die müssen selbst auf die Beine kommen und dafür wird das Lohnniveau deutlich sinken müssen, Sozialabbau ist möglicherweise auch nötig (könnte aber vermieden werden, wenn der Sparkurs fruchtet, kann auch dort mit EU Geldern ausgeholfen werden) und das wird es mit oder ohne Euro. Denn wohlgemerkt das ist die EU in keinem sozialistischem Paradies. Hier will niemand etwas verschenken, das denke nicht ich mir aus sondern das ist die Meinung der Mehrheit;
Natürlich ist auch ein Sparkurs wichtig. Leider wird aber nach wie vor in Griechenland (und auch sonst in der EU) Geld verschenkt. Dummerweise so gut wie nur an die, die schon mehr als genug davon haben.
Wie erwähnt: Reeder zahlen nach wie vor so gut wie keine Steuern auf ihre Gewinne. Ärzte, Rechtsanwälte etc. scheinen auch nach wie vor am Fiskus vorbei zu arbeiten.
Fraglich ist, wie es mit Unternehmen wie Amazon, Starbucks usw. aussieht. Zumindest die fahren Millionengewinne ein und zahlen keine oder kaum Steuern in der EU.
Für mich ist nicht einzusehen, wieso immer nur der "Kleine Mann" die Zeche zahlen soll, während die großen und breiten Schultern sich vor der Last drücken.

Das Lohnniveau weiter deutlich senken und den Sozialstaat noch weiter abbauen? Wovon sollen die Griechen denn dann leben? Auch in Griechenland kriegt man Nahrungsmittel und medizinische Behandlung nicht umsonst. Letztendlich kann man sich aber denken, was passieren wird, wenn immer mehr Menschen nichts mehr zu verlieren haben werden. Mal abgesehen davon, dass ein Binnenmarkt nicht existieren kann, wenn Einwohner mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung hat.
In einer Gemeinschaft hat sich jeder einzubringen - und zwar so gut wie er es eben kann und es erforderlich ist. So lange das in Griechenland (oder sonst einem Land) nicht der Fall ist, sind Forderungen nach Lohnsenkungen und weiteren Sparmaßnahmen einfach nur blödsinnig und ein Schlag ins Gesicht der Leute, auf deren Rücken Griechenland jetzt "gesund" gespart werden soll.

Denn wohlgemerkt das ist die EU in keinem sozialistischem Paradies;
Stimmt auffallend. Die EU befindet sich in einem absolut menschenverachtenden System, in dem der Kapitalismus seine hässliche Fratze zeigt. Aus dem Grund haben die USA und die EU dann z;B. auch beide einen ziemlich hässlichen, teils mehrere Meter hohen Zaun als Außengrenze.

Das nennt sich Kapitalismus und gehört zum System dazu. Schulden sind also kein Thema so lange die Zinsen gezahlt werden können bzw das Volumen nicht die Zukunftsleistung bzw langfristige Rückzahlungsfähigkeit übersteigt;
Und genau das ist das Problem. Der heutige Kapitalismus ist ein System, das auf Ausbeutung und Ausnutzung anderer Menschen basiert. Für mich ist das nicht tragbar - und ganz nebenbei wird es auch auf Dauer nicht funktionieren. Entweder, weil das erforderliche und vielgepriesene Wachstum irgendwann nicht mehr möglich ist - oder weil die Ausgebeuteten die Reißleine ziehen.

Ganz einfach weil die Banken unter anderen auch Griechenland finanzieren und weil "das Geld der kleinen Sparer" dort ebenso mit drin steckt;
Das ist korrekt. Ändert aber nichts daran, dass vor allen Dingen Großinvestoren den fetten Reibach gemacht haben und Verluste nicht tragen mussten. Prinzipiell gilt das im Übrigen auch für die kleinen Sparer. Der steckt sich Gewinne ja auch in die eigenen Tasche, warum sollte die Allgemeinheit dann für seine Verluste aufkommen?

In Griechenland gibt es keine großen Bodenschätze die ein Volk ernähren könnten und wenn dann nur Kurzfristig;
Man vermutet allerdings größere Öl- und Gasvorkommen vor Griechenlands Küste. Und das schon seit den 70ern.
Erdgas und Rohstoffe: Sitzen die Griechen auf immensen Reichtümern? - Erdgas und Rostoffe - FOCUS Online - Nachrichten (;;;focus~de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-28152/erdgas-und-rohstoffe-sitzen-die-griechen-auf-immensen-reichtuemern_aid_862431;html)
Damit hätte sich Griechenland ggf. schon längst aus dem Pleitesumpf ziehen können. Wobei ich einen Zeitraum von ca. 25 Jahren jetzt auch nicht gerade für kurz halten würde.


raid-rush
05.01.2015, 15:07

;raid-rush: Die Kaufkraft ist um 40% gesunken. Der Export ist kein Stück besser und die Binnenwirtschaft im Arsch. Merkst was?

Die Wirtschaftsbasis fehlt, und es könnte auch noch schlimmer werden.

Griechenland könnte in der Eurozone lukrativ werden für Unternehmen wenn die Arbeitskräfte billiger sind und sie in der Handelsunion sind. Letztendlich wird das alleine auch nicht ausreichen, weil in Osteuropa gibt es genug Konkurrenz.

Das mag dem sozialistischem Denken widerstreben aber in einem kapitalistischem Konstrukt ist es schwer etwas sozialistisches in Gang zu bringen, das würde möglich sein wenn die EU komplett mitzieht.

Kurzfristiges Geld würde der Binnenwirtschaft helfen, aber es würde wohl langfristiger nötig sein.

Deshalb war die Idee mit dem Euro austritt wirtschaftlich gesehen nicht so verkehrt gedacht. Natürlich auch nicht sehr tiefgründig und wenig solidarisch. Die Nachteile sind natürlich auch groß und das Risiko eines Schuldenschnitts und damit verbundenen Milliardenkosten für Bankenrettungen ebenfalls. Ganz abgesehen von dem Elend was dann in Griechenland noch schlimmer werden könnte.

Vermutlich hast du aber recht, das Griechenland nicht mehr Exportieren wird als Importieren, weil es einfach keine Basis für so eine Wirtschaft dort gibt außer eben Tourismus und Agrarprodukte. Daher sollte wohl die Binnenwirtschaft zumindest am laufen gehalten werden. Was letztendlich auf eine dauerhafte Abhängigkeit hinaus läuft, denn die Globalisierung ist so ausgelegt das immer etwas Importiert wird und auf kurz oder lange geht das eben nicht wenn weniger Exportiert wird. Und jetzt anfangen selber Fernseher und Autos zu produzieren... eher sinnlos.

Das ist halt das Problem, der Markt ist zwar da aber dennoch abhängig von Staatlichkeit - wäre die ganze Welt ein Binnenmarkt und ein Staat wäre es wohl etwas einfacher. Zudem auch der Preiskampf und Lohnkampf effektiv bekämpft werden kann ohne dabei den Staat gegen die Wand zu fahren.

Aktuell gibt es aber keine Chance wenn man sich der kapitalistischen Ausbeutung widersetzt... Die USA oder China würden Europa einfach wirtschaftlich überrollen. Hinterher wird Europa zur Sklavenwerkstatt - also dann doch besser die Anderen. Ich habe absolut keine Hoffnung das sich daran irgend etwas ändern wird. Wir werden eine sozialistische Welt-Union wohl nicht mehr miterleben.

Staaten mit Exportüberschuss müssten also bei einem langjährigem Überschuss entweder mit Zoll bestraft werden oder in eine Sozialkasse einzahlen auf die dann andere Länder zurückgreifen. (Was innerhalb der EU auch erkannt wurde und gemacht wird)

Das ist genau das Problem, Steuergelder werden IM Staat behalten obwohl die Gewinne außerhalb erwirtschaftet werden. Also funktioniert zwar im Land alles prächtig mit Sozial und so aber die anderen außerhalb haben halt nichts davon.

Die Kapital Pyramide muss also nicht spitzer werden sondern breiter im Fuß andernfalls wird sie irgend wann umkippen.

Die Pharaonen haben die optimalen Pyramiden vermacht - selbst Schuld wer dann einen Turm baut wo die Pläne doch alle schon da sind.


bushido
05.01.2015, 15:24

Es gibt keinen Ausstieg aus der EURO Zone, AUßER man verlässt die EU;

Ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone liegt in der Hand des Landes - darauf hat der französische Präsident François Hollande hingewiesen. "Das ist Sache der Griechen", sagte Hollande im französischen Sender France Inter. Tatsächlich können andere Mitgliedsländer auch gar keinen Rauswurf Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum beschließen.

[.;]

Ein "Rausschmiss" Griechenlands ist in den EU-Verträgen nicht vorgesehen. Theoretisch könnte Griechenland allenfalls selbst einen Austritt erklären.

Griechenland muss selbst über Verbleib in Eurozone entscheiden (;;;t-online~de/nachrichten/ausland/eu/id_72367584/griechenland-muss-selbst-ueber-verbleib-in-eurozone-entscheiden;html)


Es gibt nicht mal eine gesetzliche Regelung für den Fall eines Austritts.


Thrake7
05.01.2015, 16:40

Es gibt nicht mal eine gesetzliche Regelung für den Fall eines Austritts;

richtig, man kann nicht aus der EU Währungsunion aussteigen, AUßER man tritt aus der EU aus.
Es gibt keine Ausstiegsklausel aus der Währungsunion für EU Mitglieder.

D;h. einfach gesagt: Griechenland muss aus der EU austreten, wenn sie den Euro nicht wollen (was ich bezweifle).


n0b0dy
05.01.2015, 19:58

Die Wirtschaftsbasis fehlt, und es könnte auch noch schlimmer werden.

Griechenland könnte in der Eurozone lukrativ werden für Unternehmen wenn die Arbeitskräfte billiger sind und sie in der Handelsunion sind.

Vermutlich hast du aber recht, das Griechenland nicht mehr Exportieren wird als Importieren, weil es einfach keine Basis für so eine Wirtschaft dort gibt außer eben Tourismus und Agrarprodukte. Daher sollte wohl die Binnenwirtschaft zumindest am laufen gehalten werden;

Und genau wegen letzterem war die Austeritätspolitik von Anfang an katastrophal und muss vollständig zurückgenommen werden. Völlig sinnlose Massenverelendung für die Menschen, die möglichst gestern gestoppt werden muss. Entweder billige Arbeitskräfte oder Binnenwirtschaft. Beides geht nicht. Ich zitier mich mal selbst:
"Das Sparprogramm hat die Schulden nur erhöht und immer tiefer in die Depression geführt. Griechenland braucht einen gezielten, wirtschaftlichen Aufbau(!) der Exportstruktur. Potenzial gibts neben Tourismus bei der Rohstoffverarbeitung, dem Nahrungsmittelsektor und den Reedereien. Löhne kürzen bringt auch dort so gut wie nichts. Die griechischen Touristen sind sehr spendabel, der Tourismus zielt schon länger auf das Mittel- und Hochpreissegment und bei den Reedereien spielen die Löhne in Relation zu den riesigen Kapitalkosten kaum eine Rolle;"
Man braucht Investitionen in Bildung, (unternehmensnahe) Forschung, Erhöhung der Produktivität usw. Nur so kann man langfristig den Exportsektor vergrößern ohne die restliche Wirtschaft zu zerstören. Um die Ungleichgewichte in der Eurozone abzubauen, muss vor allem DE seine Löhne massiv erhöhen. Sind wir uns da nun einig?


raid-rush
05.01.2015, 21:51

Um die Ungleichgewichte in der Eurozone abzubauen, muss vor allem DE seine Löhne massiv erhöhen. Sind wir uns da nun einig?

Bis auf den letzten Teil überwiegend ja.

Lohnerhöhungen in Deutschland halte ich nicht für den besten weg, weil Deutschland mittelfristig auch das einzige Land sein wird in der Eurozone was die anderen Länder mitfinanziert, eben genau aus dem Grund das die Löhne nicht stark steigen. Der Lohn-Wettbewerb ist nicht in der Eurozone, sondern mit USA und China. (Glaube ich zumindest, oder gibt es da genauere aktuelle Zahlen? Soweit ich das noch im Kopf habe, hat sich die Arbeit aus der EU nicht nach Deutschland verlagert sondern überwiegend nach China, Osteuropa und Ägypten etc;)

Eine wachsende Lohndifferenz zwischen den Euroländern könnte eine Wirtschaftsflucht noch eher realistisch machen, was gut für deutsche Unternehmen wäre, sofern es diese noch gibt, weil sie möglicherweise schon ins Billiglohnausland abgewandert ist so wie Großteile der Metallindustrie und Montage/Fertigungsbetrieben.

Die Welt wird nicht besser nur weil Deutschland sozialer ist, das interessiert den Rest kein wenig, denn die nutzen jede Chance. Wer nicht kapitalistisch handelt, der wird auch Heute noch begraben. In der Welt des Menschen hat sich seit 5000 Jahren nur rudimentär etwas am System geändert.

Solidarität und Sozialität ist doch auch nur für das gute Gewissen, aber auch nur aus dem Grund, weil wir uns dann besser fühlen oder ein Eigennutz dahinter steckt. Es hat zudem Vorteile vor anderen sozial und gütig zu erscheint und festigt damit die übergeordnete Position in einer Hierarchie, die wir seit Menschen denken in jeder Kultur und Epoche wieder finden. Ich bin in der Hinsicht ein Pessimist.

Möglicherweise lässt sich das in einer Welt-Union durch Bildung und Erziehung erreichen, aber in so einer Streusandbüchse wo jeder nur auf sein Eigenes schaut, wird das schwer. Da macht man sich eher selbst kaputt mit der guten Idee. Vll liege ich auch völlig falsch mit meiner Einschätzung zum Menschen. Sozialismus beruht auf Vertrauen in Andere, wären wir gedanklich schon so weit, würde es wohl auch keine Kriege mehr geben.

Ich denke Deutschland wird seine Drohung nicht wahr machen, das dient alles eher als Versuch die griechischen Wähler noch mal zum Grübeln zu bringen, wobei auch klar ist das jede Regierung sich mit den Bedingungen abfinden muss, das könnte man jetzt ähnlich einer Erpressung sehen aber besser zum Glück gezwungen als in den Abgrund gesprungen.

Die EZB hat eh schon entsprechend angekündigt Anleihen zu kaufen, letztendlich kauft jetzt nicht Deutschland Griechenland auf und schenkt es zurück, sondern damit es neutral bleibt macht das die EZB und verteilt damit die Last auf alle Euro-Besitzer. Dank der niedrigen Ölpreise wird man in der Kaufkraft kaum etwas merken, außerdem hat der Euro immer noch genug Abwertungspielraum.


bushido
06.01.2015, 03:23

richtig, man kann nicht aus der EU Währungsunion aussteigen, AUßER man tritt aus der EU aus.
Es gibt keine Ausstiegsklausel aus der Währungsunion für EU Mitglieder.

D;h. einfach gesagt: Griechenland muss aus der EU austreten, wenn sie den Euro nicht wollen (was ich bezweifle);


Bitte belege dies!


Sancho-Pancho
06.01.2015, 08:14

Eigentlich ist das mit etwas Allgemeinbildung und logischem Denkvermögen recht einfach zu erklären. Aber ich möchte Thrake7 ja nicht vorgreifen. ;)


fatmoe
06.01.2015, 10:20

ich stimme Sancho-Pancho in fast allen Aussagen in diesem Thread zu.

Hier noch ein guter Kommentar:
[..;]
Nein, Griechenland wird die Währungsunion wohl auch diesmal nicht verlassen. Nicht, weil ein Verbleib alternativlos ist. Das war er noch nie. Sondern weil ein Griechenland mit Euro am Ende das kleinere Übel ist. Die Risiken eines Grexit für die Eurozone und für Griechenland selbst sind immer noch hoch und wenig kalkulierbar. Das wird am Ende wohl auch Alexis Tsipras so sehen;

Eurokrise: Immer noch kein Grexit | ZEIT ONLINE (;;;zeit~de/wirtschaft/2015-01/griechenland-euro-merkel-krise/komplettansicht)


n0b0dy
06.01.2015, 11:19

Lohnerhöhungen in Deutschland halte ich nicht für den besten weg, weil Deutschland mittelfristig auch das einzige Land sein wird in der Eurozone was die anderen Länder mitfinanziert, eben genau aus dem Grund das die Löhne nicht stark steigen. Der Lohn-Wettbewerb ist nicht in der Eurozone, sondern mit USA und China;
Dazu hatte ich auch schon mal was geschrieben:
"Vor allem gibt es zwischen der Eurozone und dem Rest der Welt Wechselkurse. Ist das Preisniveau “zu niedrig” in dem Sinne dass die Eurozone langfristig große Überschüsse macht, wird der Euro irgendwann aufwerten und der Vorsprung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit ist futsch;"

China ausgerechnet in Deutschland mittels niedriger Löhne Konkurrenz machen zu wollen ist wirklich völlig absurd. Der deutsche Exportüberschuss resultiert primär aus zu wenig Importen.

Ich hab das hier schon mehrfach sehr ausführlich dargestellt. Daher im Schnelldurchlauf:
In ner Währungsunion brauchst du gleiche Inflationsraten. Du hast ja nur einen Leitzins, der sonst unterschiedlich wirkt. Preise werden durch Lohnstückkosten bestimmt. DE hat das Ziel von 2% systematisch unterlaufen. Du musst irgendwie die Ungleichgewichte wegkriegen. Das wichtigste dafür ist die Nachfrage und die wird wesentlich durch Löhne bestimmt. Also: Ohne massive Lohnerhöhungen in DE gehts nicht. (pro jahr nominal 5% lohnsteigerung wäre die nächsten jahre pflicht)


raid-rush
06.01.2015, 11:59

Das leuchtet mir ja auch ein, das die Kaufkraft und Importe nur zunehmen wenn mehr Geld in Form von Löhne reinkommt, ob das Langfristig für Europa ausreicht hängt eben auch davon ab wie viel von Wo importiert wird. Fließt das Geld nicht zurück in die EU sondern nach USA/China etc ab in größerer Menge als durch Export rein kommt dann wird Europa langfristig "Arm".

Innerhalb der EU ist das völlig korrekt und die Löhne müssen steigen in Deutschland, aber global gesehen mit den starken Exportnationen in Konkurrenz könnte das auch zu deren Gunsten sein und damit zum Nachteil für Europa.


Nachteile durch Lohnnebenkosten
Das die Lohnnebenkosten viel höher sind als wo anders, das bedeutet ein Produkt wird teurer weil die Löhne höher sein müssten damit effektiv die gleiche Kaufkraft wie wo anders entsteht. Die "Nebenkosten" sind aber genau das was ein Sozialer Staat braucht, so ergibt sich eine soziale Abwärtsspirale um Konkurrenzfähig zu bleiben.

Besser wäre es also, die Löhne weniger zu belasten und die Differenz aus einem Spitzensteuersatz zu holen oder noch besser aus Kapitalgeschäften, die nur pauschal mit 25% besteuert werden. Wer also Sein Geld mit Kapital verdient zahlt nur 25% Steuern... Piloten und Ärzte die einen Durchschnittssteuersatz von 40% haben zahlen viel mehr.

Problem an der Sache: Wenn Deutschland den Steuersatz auf Kapitalgeschäfte erhöht, wandern die einfach nach England ab oder wo anders hin. Das ist im Kapitalgeschäft super einfach und dauert keine 2 Wochen. Eine Firma im Mittelstand oder ein Arzt wird nicht so schnell die Koffer packen deshalb belastet man die noch mehr. Alle die richtig Asche haben hauen damit einfach ab und der Rest schaut dumm.


Arbeitsplätze
Du hast recht das nach China kaum deutsche Arbeit abwandert die eh nicht schon abgewandert sind, aber zB die USA hat viele Konkurrenzunternehmen die ähnliche Produkte herstellen und dort über den Preis am Markt im ständigen Wettbewerb stehen. Sicherlich verschieben sich die auch Arbeitsplätze innerhalb der EU. Aber ob da höhere Löhne in Deutschland anderen mehr Chancen bringen. Das ist nur dann der Fall wenn wirklich schon eine Konkurrenz besteht. In den neuen Bundesländern sind heute noch die Löhne niedriger um Unternehmen anzulocken + die ganzen Subventionen/Investitionen vom Staat + billige Grundstücke brachten auch nur mäßigen Erfolg und alles ist dann auf diesen Dauerhaften zustand angewiesen. Solarindustrie, hier teuer entwickelt und produziert... plötzlich war alles in China.

Also wenn sich ein Standort verändert dann müssen die Unterschiede schon groß sein damit es sich richtig lohnt und das ist innerhalb der EU schwer möglich.

Außerdem fallen auch auf natürliche weise Arbeitsplätze weg, wenn die Produktivität steigt. Es gibt also in vielen Bereichen weniger Arbeitsplätze.

Weiter ins Detail...
Das Problem ist also, das die einfache Arbeit immer weniger wird und für neue Produkte werden eher kreative, entwickelnde Berufe benötigt und dazu braucht es Bildung.

Aber auch hier ist irgend wann Schluss, weil es gibt einfach mehr Menschen die Arbeiten könnten bei hoher Produktivität als Nachfrage besteht. (das ist ja der technologische Knackpunkt für Sozialismus eigentlich)

Denen die nicht Arbeiten können, müsste man die Überproduktion geben natürlich nicht direkt sondern eben über Sozialhilfe etc.

Aber so läuft das doch grob momentan schon, nur bietet das auch keine dauerhafte Zufriedenheit weil eben nicht alles Überproduziert wird und die Gesellschaftlichen Unterschiede sich dadurch nicht verändern würden. Deshalb wäre es nötig, das Luxus abgeschafft wird und keiner die Kapitalen Unterschiede erkennt oder es keine großen gibt. Es ist bewiesen, dass die Zufriedenheit sich aus der Kapitalen Annäherung ergibt. Unzufrieden wird man nur deshalb, weil ein anderer Mehr hat. Also Basis ist der Neid.

Das Problem lässt sich einfach lösen, wenn entweder Staaten ausreichend Geld an Bedürftige geben durch Steuergelder oder sie Drucken einfach mehr und hoffen darauf das die Kapitalhaufen nie dazu verwendet werden physikalische Ware zu kaufen, damit gibt es auch keine Inflation, bzw keine reale. So sieht es momentan aus.

Das wird sicher nicht dauerhaft so bleiben, die Haufen werden irgend wann umkippen und spätestens dann eine Inflation ins rennen bringen und dann gibt es einfach eine neue Währung. Ein Grundeinkommen und dann geht es wieder von Vorne los nur ein bisschen besser als vorher.

Export & Import
Freihandelsabkommen können also für manche EU-Länder wie Deutschland fette Exportüberschüsse abwerfen dafür bei anderen dazu führen, dass sie nicht mehr Wettbewerbsfähig sind, weil einfach die Löhne höher sind als in den Ländern mit denen die EU einen Freihandel betreibt. Das könnte gelöst werden, wenn einzelne Länder in der EU Zölle auf Importware außerhalb der EU erheben aber zB Deutschland einfach mit allen Ländern Zollfrei handelt. So würde die EU maximal profitieren, nur das werden die anderen Länder nicht dulden und ebenfalls Zölle erheben.

Die EU hätte ihre Länder stärker gegen Billiglohnkonkurrenz schützen müssen. Denn China kauft deshalb auch nicht weniger von uns, da das Produkte sind die die nicht herstellen können in der Qualität wie sie es benötigen. Die Abhänigkeit war/ist also technisch gesehen Einseitig. Billiges Glump können wir selber auch herstellen nur eben Teurer, aber Flugzeuge und Kraftwerke können die anderen nicht Herstellen in der Qualität. Sollen sie doch Zölle darauf erheben, das bremst deren eigene Entwicklung noch stärker aus.

Das wäre in etwa so als würde Europa Zölle auf Erdölimporte erheben, ist einfach Unsinn weil wir davon abhängig sind deshalb können die Erdölexporteure auch massiv Zölle erheben ohne das wir das auch tun würden.

Strategie ohne interne Konkurrenz realistisch?
Konkurrenz innerhalb der EU mit Jobs braucht es keine geben, da bin ich völlig deiner Meinung und auch was die Löhne angeht. Aber die EU ist halt keine Insel sondern handelt auch mit Außerhalb sehr viel.

Die Strategie könnte also schon aufgehen wenn dadurch die Südländer mehr in fahrt kommen für Exporte außerhalb der EU und somit ggf. das Defizit ausgleichen. Das kann aber auch genau anders laufen.


Stärken nutzen und schwächen solidarisch/sozial ausgleichen
Wenn Europa sich einig ist und die Solidarität wirklich fest ist, dann ist es auch kein Problem wenn Deutschland viel mehr Exportiert als Importiert, wenn eben die Gewinne an die EU Mitglieder verteilt werden, die ja EU-Gesamt gesehen mehr importieren als DE, also dürfte das Außenhandelsdefizit der EU-Selbst nicht so hoch sein.

Das funktioniert aber nur wenn alle EU-Länder sich so verstehen und respektieren und vertrauen wie es Deutschland innerhalb mit seinen Bundesländern auch tut und zu Solidarität verpflichtet ist.


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