Vollständige Version anzeigen : Die Einflussnahme Russlands auf rechte Strukturen in der EU


analprolaps
09.07.2015, 13:15

Worum geht es in dem Bericht?Es geht um die Vernetzung zwischen russischen Ideologen und Vertretern des Machtapparates einerseits und deren Sympathisanten in der EU andererseits. Der Bericht erfasst systematisch Veranstaltungen und Ereignisse, bei denen entweder ein Austausch der Akteure untereinander (Konferenzen, Parteitage) stattfand oder direkter Einfluss auf den Zuschauer (Vorträge, Diskussionsrunden) ausgeübt wurde. Es werden die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen und Organisationen dargestellt, ohne den Rahmen der drei Länder Russland, Deutschland und Italien zu verlassen. Aus der Auflistung von Veranstaltungen geht hervor, dass innerhalb des vorgestellten Netzwerkes ein ständiger Austausch stattfindet. Es wird deutlich, dass Deutschland im Vergleich zu Frankreich, Österreich und Italien hinterherhinkt, was die Möglichkeiten der Einflussnahme des Kremls auf die politische Entscheidungsfindung bzw. öffentliche Meinung in Deutschland angeht. Es ist zu erwarten, dass die Bemühungen weiter intensiviert werden


Alexander Dugins Freunde in der EU
08. Juli 2015 · von Alexej Hock (;;;politik-in-gesellschaft~de/author/alexejhock/)
Italien Spätestens als der SPIEGEL im letzten Sommer ein Interview mit Alexander Dugin druckte (;;;spiegel~de/spiegel/print/d-128101577;html), erlangte der Vorsitzende der „Internationalen Eurasischen Bewegung“ in Deutschland breitere Bekanntheit. Der russische Philosoph ist der Schöpfer der „vierten politischen Theorie“, die eine Alternative zu Liberalismus, Kommunismus und Faschismus sein soll und auf kruden Annahmen basierend für eine multipolare Welt sowie eine komplette Ablehnung westlicher Werte steht. Dugin ist zudem Mitglied des ultrarechten Isborsk-Klubs, zu dessen Mitgliedern mehrere einflussreiche Russen zählen.
Nach der Tragödie von Odessa, bei der am 2. Mai 2014 48 Menschen, mehrheitlich prorussische Aktivisten, starben, ließ er wissen, man müsse die Ukrainer, die für die Tragödie verantwortlich seien, „töten, töten, töten“, was ihn seinen Lehrstuhl für Soziologie der Internationalen Beziehungen an der Soziologischen Fakultät der renommierten Lomonossow-Universität Moskau kostete. Dies mag als Zeichen seines sinkenden Einflusses gewertet werden, doch seine nationalistischen Ansichten finden sich auch in den Reden Wladimir Putins wieder, beispielsweise wenn es darum geht, Russlands Agieren in der Ukraine zu rechtfertigen. Russland werde ethnische Russen auch in anderen Ländern verteidigen (;tass~ru/politika/1291132). Dazu gehöre auch der Teil der ukrainischen Bevölkerung, der sich der „russischen Welt“ zugehörig fühle. Dugin geht indes noch weiter und setzt sich schon seit den 90-er Jahren (;anton-shekhovtsov;blogspot;co~uk/2014/01/italian-fascist-socialists-call-for;html) für eine „Re-Organisation des ukrainischen Raumes“ ein, da die Ukraine eine Gefahr für „Eurasien“ sei.

Unterstützer von Dugins Ideen finden sich auch in der EU. Ein Beispiel, das der ukrainische Recht;tremismus-Forscher Anton Shekhovtsov in seinem Blog aufführt (;anton-shekhovtsov;blogspot~de/2014/02/pro-russian-network-behind-anti;html), war bis vor Kurzem die italienische faschistische Organisation „Stato & Potenza“, die sich offen für eine Annexion der Ukraine durch Russland aussprach. Mit der Organisation eng verbandelt war der Direktor des rechten Magazins „Eurasia“, Claudio Mutti. Die beiden kennen sich schon länger: 1991 veröffentlichte Mutti die erste italienische Übersetzung von Dugins Buch „Kontinent Europa“. Im Jahr 2005 ging Dugin auf Italien-Tournee (;med;org~ru/article/2432), um für seine „Internationale Eurasische Bewegung“ zu werben, und nahm unter anderem an einer Diskussionsrunde mit Claudio Mutti in Parma sowie einer Pressekonferenz mit Stefano Vernole in Verona teil. Letzter ist heute stellvertretender Direktor des Magazins „Eurasia“, mit der zwielichtigen Wahlbeobachtungsorganisation CIS-EMO verknüpft und unterhält Kontakte zur rechtspopulistischen Partei „Lega Nord“.




9 Jahre später organisierte die faschistische Organisation „Millennium“ einen Vortrag in Räumlichkeiten der Polytechnischen Universität von Mailand. An ihr nahm auch Dugin teil – wenn auch nur live zugeschaltet. Anscheinend liefen die Gespräche hinter den Kulissen so gut, dass im Juni desselben Jahres bekannt wurde, dass Mitglieder von „Millennium“ zur Unterstützung der prorussischen Separatisten nach Donetsk aufgebrochen seien. Die Organisation, die sich – ähnlich der russischen Begriffsumdeutung und entgegen der Einschätzung von Experten – als „antifaschistisch“ bezeichnet, hat es dabei geschafft (;;;rainews~it/dl/rainews/articoli/A-Donetsk-sono-arrivati-volontari-italiani-per-combattere-le-truppe-di-Kiev-9480d2a5-99e6-48d2-b884-36cad0c80999;html?refresh_ce), diese Auslegung selbst dem staatlichen Nachrichtenkanal „Rai News“ aufzubinden.
In Russland haben Dugin und seine Mitstreiter aus der „Internationalen Eurasischen Bewegung“ und des Isborsk-Klubs durchaus Einfluss auf die Machtelite. Folgt man Dugins Spuren nach Italien, so ist es die „Lega Nord“, die den Kreis nach Moskau wieder schließt.
Am 4. Juli 2014 nahm Dugin in Mailand an einer Diskussionsrunde teil, die den Titel „Die eurasische Herausforderung Russlands“ trug. Organisator war die Vereinigung „Associazione Culturale Lombardia-Russia”, die nach eigener Angabe die Vision Wladimir Putins teilt, die dieser auf dem Valdai-Forum 2013 verkündet hat, und die sich in den drei Begriffen Identität, Souveränität und Tradition zusammenfassen lassen soll. Präsident der Vereinigung ist der Journalist Gianluca Savoini, der gleichzeitig auch Sprecher des EU-Parlamentsabgeordneten und Vorsitzenden der „Lega Nord“, Matteo Salvini, ist. Verantwortlicher Projektmanager ist Claudio D’Amico, von 2008 bis 2013 Abgeordneterdes italienischen Parlaments von der „Lega Nord“ und einer von drei Italienern, die aufder Krim als Beobachter fungierten. Zu dem „Lega Nord“-Parteitag am 15. Dezember 2013 kamen (;;;youtube~com/watch?v=DsgJtcNZZwQ) der Duma-Abgeordnete Wiktor Subarjow von der regierungstreuen Partei „Einiges Russland“ sowie Alexej Komow,Russland- und GUS-Botschafter des Weltkongresses der Familie bei der UN, aus Russland nach Turin.
Ende Januar 2014 veröffentlichte die katholisch-konservative Vereinigung „La Torre“ auf ihrer Website die Übersetzung eines Interviews mit Dugin (;;;associazionelatorre~com/2014/02/per-capire-quello-che-sta-avvenendo-in-ucraina-e-nel-mondo/), das von Manuel Ochsenreiter geführt wurde. Ochsenreiter ist Chef-Redakteur der rechten Zeitschrift „Zuerst!“ und international bestens vernetzt. Das gegenseitige Crossposten und Übersetzen von Texten veranschaulicht gut das inzwischen europaweite Netzwerk rechter Dugin-Sympathisanten und zieht eine Spur auch nach Deutschland.

Deutschland Der 1976 geborene Ochsenreiter ist Journalist und war von 2004 bis 2011 Chefredakteur der „Deutschen Militärzeitschrift“. Seit 2011 ist er Chefredakteur der Monatszeitschrift „Zuerst!“, für die er nach eigenen Angaben das „Referendum“ auf der Krim beobachtet hat. Auf seinem persönlichen Blog bietet er eine Plattform für Rechtspopulisten wie Johann Gudenus (FPÖ) oder eben auch Alexander Dugin. Als Ochsenreiter vom 06. bis 07. März 2015 ein „Zuerst!“-Lesertreffen veranstaltete, schaltete er auch Dugin live zu.

Dugin und Ochsenreiter kennen sich schon seit einigen Jahren, 2013 nahmen beide an der Konferenz „Russland und Europa: Ein Dialog des Widerstands“ teil, die in Moskau abgehalten wurde. Ochsenreiter richtete eine Videobotschaft (;youtu~be/Ae1teraPVfc?t=3199) an die anderen recht;tremen Teilnehmer, unter denen sich auch Max Gnerre von der italienischen faschistischen Organisation „Millenium“ befand. Am 2. November 2014 reiste Ochsenreiter in die Ostukraine, um die „Wahlen“ in den selbsternannten Volksrepubliken Donetsk und Luhansk zu beobachten. Hier soll die „Eurasian Observatory for Democracy and Elections“ (EODE) (s. Infobox) als Organisator aufgetreten sein, gemeinsam mit dem „European Centre for Geopolitical Analysis“ (ECGA). Ochsenreiter lobte die Organisation der „Wahlen“, die seiner Meinung nach internationalen Standards entsprach.




Am Wochenende vom 11;/12. Mai 2015 war Manuel Ochsenreiter neben Markus Frohnmaier Teil der deutschen Delegation, die an der Konferenz „Donbass: Gestern, Heute und Morgen“ in Donetsk teilnahm. Frohnmaier ist der baden-württembergische Landesvorsitzende der „Jungen Alternative“, der Jugendorganisation der AfD. Im Oktober 2014 besuchten beide eine Konferenz mit dem Titel „Paris –Berlin – Moscow – Belgrade: New Agreement in Europe“ in Belgrad, was Fotos auf dem Facebook-Profil von Frohnmaier belegen.
Noch ein Vertreter der AfD taucht..;weiter gehts hier:Die Einflussnahme Russlands auf rechte Strukturen in der EU (;;;politik-in-gesellschaft~de/ru-eu/)

Der 52-seitige Bericht lässt sich hier in Form einer PDF herunterladen:(;;;politik-in-gesellschaft~de/wp-content/uploads/2015/07/PiG20150708-Russlands-rechtes-Netzwerk-Die-Einflussnahme-Russlands-auf-rechte-Strukturen-in-der-EU;pdf)

Hardware Preisvergleich | Amazon Blitzangebote!

Videos zum Thema
Video Loading...
bushido
09.07.2015, 21:46

Mein Verweis auf westliche Thinktanks und die inzestuösen Verbindungen zu Politik, Wirtschaft und Medien, die auch bei uns das System korrumpieren hatte sehr wohl Themenbezug, auch wenn das den "Boardneocons" mit Hang zu kruden russischen VT nicht gefällt.


analprolaps
09.07.2015, 22:37

hey bushi ich habe raid gebeten den spam zu entfernen. was verstehst du denn an dem topic nicht? hier gehts nicht um die usa welche sowieso immer schuld an allem ist sondern um die russischen beziehungen zu den europäischen rechten.
dieses tu- quogue -gequatsche hat nichts in meinem thread verloren zumal dabei nie etwas brauchbares rumkommt. spar dir den scheiß.
merci


bushido
10.07.2015, 06:02

hey bushi ich habe raid gebeten den spam zu entfernen. was verstehst du denn an dem topic nicht? hier gehts nicht um die usa welche sowieso immer schuld an allem ist sondern um die russischen beziehungen zu den europäischen rechten;

Das ist Ansichtssache, bei dir ist es grundsätzlich Rußland, daß an allem Schuld ist, und dann kreierst du krude VT, wie die angebliche russische Unterwanderung des westlichen "Wertesystems" hier, oder die angebliche (!) Beeinflussung der westlichen Medien durch angeblich (!) 800 Trolle in St. Petersburg, aufbauend auf der Aussage einer einzigen (!) angeblichen (!) Zeugin, die niemand überprüfen kann, während alleine das Pentagon nachweislich über 27;000 professionelle Trolle beschäftigt.

Sind wir doch mal ehrlich, der Grund für die Eröffnung dieses Threads ist ein weiterer Versuch Rußland zu dämonisieren. Auf der einen Seite werden die von mir angesprochenen Verwicklungen westlicher Thinktanks von einer ganzen Reihe von Usern, inkl. dir, als wilde VT und völlig normal bezeichnet, auf der anderen Seite wirfst du Rußland mehr oder weniger beleglos genau das hier vor, was ich im Bezug auf den Westen kritisiere.

Überdies scheitert dein Versuch das Verhalten Rußlands zu kritisieren schon deshalb, weil Rußland sich offiziell (!), und nicht im Verborgenen durch Philanthropen wie Rockefeller, Gates und Co;, über dubiose Thinktanks wie den Club of Rome, die Bilderberger, das CFR, u;a. in die europäische Politik einbringt.

Ich bin gerne bereit über das Thema zu diskutieren, aber laß uns das auf einer breiten Ebene international betrachten. Ich bezweifele allerdings, daß du überhaupt an einer ehrlichen und in ALLE (!) Richtungen geführten Diskussion interessiert bist.


Ähnliche Themen zu Die Einflussnahme Russlands auf rechte Strukturen in der EU
  • Online-Kriminalität weist heute Mafia-Strukturen auf
    Online-Kriminelle sind häufig in Strukturen tätig, die denen der Mafia ähneln. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Finjan. Cybercrime arbeite auf einer breiten Basis und sei hervorragend organisiert. In einer pyramidenförmigen Machstruktur finden sich demnach I [...]

  • AMD Athlon 64 mit 65-nm-Strukturen angeblich erst 2007
    Link: (;;;heise~de/newsticker/meldung/69398) Im Forum der chinesischen Branchen-Informationssite HKEPC sind Hinweise aufgetaucht, wonach AMD im ersten Halbjahr 2007 einen mit 65-Nanometer-Strukturen gefertigten Prozessor unter dem Codenamen Brisbane einführen will. Im vergangenen Jahr hatte AMD me [...]

  • grenzen und strukturen elektronischer märkte
    heyhey guten abend :) ich bin grad an ner ausarbeitung für die uni. könntet ihr mir mal sagen was ihr unter formen und grenzen elektronischer märkte verstehen würdet? vielen danke und so ;) smole [...]



raid-rush.ws | Imprint & Contact pr