Vollständige Version anzeigen : Kapitalismus könnte kaputt sein, sagt Goldman Sachs.


Gutschy
06.02.2016, 22:24

Hallo Leute,

ja eigentlich nichts Neues, aber eben diesmal von Goldman Sachs festgestellt. Der Kapitalismus könnte kaputt sein weil der Markt anscheinend nicht mehr funktioniert. Es wird daran festgemacht das die Gewinne der Global Player durchgehend hoch sind und diese nicht durch Konkurrenz gemildert werden, weil einfach keine Konkurrenz auftaucht.

Im Detail mal dazu zwei Links:
Goldman Sachs zweifelt am Kapitalismus - Wirtschaft - Süddeutsche~de (;;;sueddeutsche~de/wirtschaft/goldman-sachs-kapitalisten-zweifeln-am-kapitalismus-1;2848835)

„Wenn die Gewinne weiter so hoch bleiben, stellt sich die Frage nach der Wirksamkeit des Kapitalismus“ « WirtschaftsBlatt~at (;wirtschaftsblatt~at/home/nachrichten/international/4918867/Wenn-die-Gewinne-weiter-so-hoch-bleiben-stellt-sich-die-Frage-nach)

Ach ja, ich habe genug zu essen, was stört es mich.

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raid-rush
07.02.2016, 10:33

Das Problem fällt Goldman Sachs ja früh auf, weil sie nach US Recht kaum Steuern bzw Sozialabgaben zahlen. Das US-System hat keine Rückverteilung so gibt es nur eine Richtung, an die Spitze der Pyramide.

Die Folge: Die Zentralbank übernimmt die "Rückverteilung" (die keine ist) und kauft Schuldscheine damit Schuldner wieder Geld haben zum ausgeben. So entsteht aber eine Abhängigkeitsspirale und kein "Kreislauf" und die Folge ist eine stetige Zinssenkung damit mehr Geld im Umlauf ist um das zu kompensieren.

Ohne echte soziale Rückverteilung oder strickte Regeln was Monopolstellungen angeht kann das gar nicht langfristig funktionieren. Die USA hält Europa vor die Fehler liegen in dem Sozialsystem dabei ist es genau umgekehrt, das fehlende Sozialsystem der USA ist das Problem.

Die großen Konzerne sind zu Effizient, das bedeutet mit wenig Arbeitern viel Gewinn - so verteilt sich der Gewinn nicht ausreichend und der Umsatz stagniert, was den Markt bremst. Konkurrenz ist heute nicht mehr möglich da die Technologie so aufwendig ist. Faktisch ist es unmöglich ohne großes Wissen und Kapital Konkurrenz zu gewissen Monopolen aufzubauen, abgesehen von der Effizienz die ein kleines Unternehmen niemals erreichen könnte.

Das bedeutet, die Löhne/Steuerabgaben müssen relativ höher sein bei effizienteren Unternehmen um den Vorteil auszugleichen (allerdings kommt das auch einer Bestrafung gleich, die irgend wie kompensiert werden müsste). Das Monopol zu verpflichten geht aber nur dann effektiv, wenn diese Regeln international gültig sind. Letztendlich müsste eine weltweite Wirtschaft- und Steuerpolitik das regeln, andernfalls profitieren immer nur die Staaten die solche Monopole halten können.


Sancho-Pancho
07.02.2016, 12:45

Das Problem fällt Goldman Sachs ja früh auf, weil sie nach US Recht kaum Steuern bzw Sozialabgaben zahlen. Das US-System hat keine Rückverteilung so gibt es nur eine Richtung, an die Spitze der Pyramide.

Die Folge: Die Zentralbank übernimmt die "Rückverteilung" (die keine ist) und kauft Schuldscheine damit Schuldner wieder Geld haben zum ausgeben. So entsteht aber eine Abhängigkeitsspirale und kein "Kreislauf" und die Folge ist eine stetige Zinssenkung und damit mehr Geld im Umlauf um das zu kompensieren;

Und das gibt es nur in den USA?!? :lol:

Ja, der Kapitalismus ist kaputt, war er auch schon von Beginn an. Schaut man sich die Definition an (Wikipedia), steht dort unter anderem:
Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht;[1] Als weitere konstitutive Merkmale werden genannt: die Akkumulation (;de;wikipedia~org/wiki/Akkumulation_%28Wirtschaft%29), für manche das „Herzstück“ und Hauptmerkmal des Kapitalismus,[2] und das „Streben nach Gewinn im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb“;[3]
Kapitalismus bedeutet eben nicht, dass man sich um eine möglichst gut funktionierende Marktwirtschaft kümmert, sondern man nutzt die mehr oder weniger gut funktionierende Marktwirtschaft, um das eigene Kapital zu mehren. Das kann aber eben nicht unbegrenzt funktionieren, wenn die vorhandenen Ressourcen (dazu zähle ich auch Geld und "Humankapital") endlich sind.

Prinzipiell scheitert der Kapitalismus schon allein daran, dass der Mensch gewisse Grundbedürfnisse hat. Sind die gedeckt, müssen entweder neue Bedürfnisse geweckt werden oder neue "Kunden" aquiriert werden. Die sind aber nicht unendlich vorhanden - und haben vor allen Dingen auch nicht unendlich viel eigenes "Kapital" (Geld oder Arbeitskraft).
Wer also für hohe Gewinne die Löhne (Kosten) minimiert, produziert für einen Markt, in dem sich die Menschen die Produkte nicht leisten können.
Das erklärt dann auch, wieso Weltkonzerne wie Nestle oder Coca Cola anderen Menschen sprichwörtlich das Trinkwasser abgraben - und wieso die Wasserversorgung niemals in private Hände gehört.

Erstaunlich finde ich allerdings den Sinneswandel, der aktuell scheinbar herrscht. Überall liest man vom gescheiterten Kapitalismus und vor allen Dingen der sozialen Ungerechtigkeit (die z;B. besonders in Deutschland relativ hoch ist). Wobei unsere Pressevertreter wohl auch gerne mit dem Finger auf andere zeigen, schließlich sind die ganzen Verlage auch keine Wohltätigkeitsunternehmen. Will man hier tatsächlich einen gesellschaftlichen Wandel herbeiführen? Oder bemerkt man endlich, dass die träge, breite Masse so langsam wach wird und über Widerstand nachdenkt? Das wäre doch mal eine Verschwörungstheorie. ;)

Ach ja, ich habe genug zu essen, was stört es mich;
Keine Ahnung. Wieso schreibst du darüber, wenn es dich nicht interessiert?


Gutschy
08.02.2016, 17:44

Ohne echte soziale Rückverteilung oder strickte Regeln was Monopolstellungen angeht kann das gar nicht langfristig funktionieren. Die USA hält Europa vor die Fehler liegen in dem Sozialsystem dabei ist es genau umgekehrt, das fehlende Sozialsystem der USA ist das Problem.

Die großen Konzerne sind zu Effizient, das bedeutet mit wenig Arbeitern viel Gewinn - so verteilt sich der Gewinn nicht ausreichend und der Umsatz stagniert, was den Markt bremst. Konkurrenz ist heute nicht mehr möglich da die Technologie so aufwendig ist. Faktisch ist es unmöglich ohne großes Wissen und Kapital Konkurrenz zu gewissen Monopolen aufzubauen, abgesehen von der Effizienz die ein kleines Unternehmen niemals erreichen könnte;


Warum kann es sich bei diesen Maßnahmen eigentlich nicht um Kriegsvorbereitungen handeln? Erst werden alle kleingekocht für ein paar Jahre und mit der unübersehbaren Notwendigkeit von Krieg fängt es an das es vielen wieder richtig gut geht. Also ist Krieg gut und Marschieren ist dazu auch noch richtig Gesund. Na ja, ist vielleicht dann doch ein bisschen schwarz gesehen.




Erstaunlich finde ich allerdings den Sinneswandel, der aktuell scheinbar herrscht. Überall liest man vom gescheiterten Kapitalismus und vor allen Dingen der sozialen Ungerechtigkeit (die z;B. besonders in Deutschland relativ hoch ist). Wobei unsere Pressevertreter wohl auch gerne mit dem Finger auf andere zeigen, schließlich sind die ganzen Verlage auch keine Wohltätigkeitsunternehmen. Will man hier tatsächlich einen gesellschaftlichen Wandel herbeiführen? Oder bemerkt man endlich, dass die träge, breite Masse so langsam wach wird und über Widerstand nachdenkt? Das wäre doch mal eine Verschwörungstheorie.

Ehrlich gesagt denke ich bei der heutigen Elite mehr an die Borg und bei der breiten Masse nicht an die Crew von Raumschiff Enterprise. Ein Aufbegehren halte ich für ausgeschlossen, nicht das die meisten davon nicht Träumen würden aber wenn es nicht mal die Spanier oder die Griechen hinbekommen und die sind ja doch einen Taken motivierter als wir.







Ach ja, ich habe genug zu essen, was stört es mich.

Keine Ahnung. Wieso schreibst du darüber, wenn es dich nicht interessiert?
Ab und zu finde ich Ironie Tags überflüssig.


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