Vollständige Version anzeigen : Deutsche Bank bald Übernahmekandidat?


in.spider
26.09.2016, 11:11

Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit auf einem neuem Rekordtief. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Staatshilfen für die Deutsche Bank im Wahljahr 2017 kategorisch ausgeschlossen.

Auch die bereits zu einem Viertel verstaatlichte Commerzbank nimmt einen ähnlichen Abwärtsweg. Beide weisen ein Kurs-Buchwert-Verhältniss unter 0;5 auf, was Übernahmen günstig und risikoarm macht.

Der neue Kursrutsch wurde wohl durch die milliardenschwere Rechtsstreitigkeit mit der US-Justiz ausgelöst, bei der bisher kein glimpfliches Ende oder ein Vergleich in Sicht ist, sowie die Ankündigung der Regierung keine Rückendeckung zu gewähren.

Vor allem US-Banken wie Goldman Sachs könnten interessiert sein, die immer noch einflussreiche Bank zu übernehmen. Dafür spricht, dass die Regierung nicht Eingreifen will, das vereinfacht eine Übernahme und lässt alle Entscheidungsfreiheiten. (Die Commerzbank ist durch die Teilverstaatlichung daher eher unattraktiv geworden und kein Übernahmekandidat trotz niedrigem KBV)

Möglicherweise wird die Postbank noch dieses Jahr abgestoßen um an Kapital zu kommen.

Diesmal scheint staatliche Hilfe wirklich nicht angedacht zu sein, auch wenn die Frage der Systemrelevanz wieder auftauchen könnte, die Niedrigzinsen und Geldspritzen müssen genug Stabilität für den Rest der Dominos bringen. Am Ende kommt die Zentralbank noch auf die Idee Aktien der Deutschen Bank zu kaufen.

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fatmoe
26.09.2016, 15:39

Der neue Kursrutsch wurde wohl durch die milliardenschwere Rechtsstreitigkeit mit der US-Justiz ausgelöst, bei der bisher kein glimpfliches Ende oder ein Vergleich in Sicht ist, sowie die Ankündigung der Regierung keine Rückendeckung zu gewähren.

Genau aus diesem Grund, ist die deutsche Bank recht uninteressant. Keiner weiß, was da noch und in welcher Höhe noch auf die dt. Bank zukommt. Cryan muss die Zockerei der letzten Dekaden ausbaden. Zudem die dt. Bank in den USA recht unbedeutend ist (glaub von den Marktanteilen Platz 9 oder 10). Macht also nur Sinn, wenn eine ausländische Bank in Deutschland bzw Europa nen Fuß reinbekommen möchte. Dagegen spricht aber, dass zurzeit Banken sich neuorientieren müssen, wie sie Kohle verdienen.
Das Zocken wird Global weiter reguliert, die Zinsen werden über Jahre nicht signifikant steigen. Da ist der Kauf der dt. Bank eher ein Stein am Fuß.


raid-rush
27.09.2016, 12:00

Die Deutsche Bank wartet auf den Wahlerfolg Trumps als Rettung und spekuliert wie Putin auf steigende Rohstoffpreise.

Ich gehe davon aus, das die EZB den Kurs der Deutschen Bank stützen wird wenn es kritisch wird.


Nihilokrat
27.09.2016, 17:37

Der große Kater

Sie hat gezockt und sie hat sich verzockt: Die Deutsche Bank wollte London und die Wall Street erobern, nun gibt es Gerüchte über Staatshilfen.

Die Deutsche Bank ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Die Aktie des Frankfurter Geldinstituts, das einst den internationalen Finanzmarkt bestimmen wollte, brach am Dienstag um mehr als sechs Prozent auf 10,29 Euro ein. Seit das amerikanische Justizministerium der Bank eine Strafe von 14 Milliarden Dollar wegen unerlaubter Hypothekengeschäfte angedroht hat, wird spekuliert, ob sie diese Summe angesichts ihrer dünnen Kapitaldecke noch stemmen kann. Gerüchte über eine staatliche Rettung machen die Runde, die von der Bundesregierung und dem Geldinstitut selbst scharf dementiert werden.

Genau 20 Jahre ist es her, dass die Bank ins globale Investmentgeschäft einstieg und mit ihren ehrgeizigen Expansionsplänen in London und an der Wall Street begann. Die Deutsche Bank wollte in New York mindestens so groß werden wie die amerikanischen Investmentbanken in Europa – so das Firmenziel im Jahr 1996. Die Rating-Agenturen wunderten sich schon damals. Moody's verwies darauf, dass die Deutsche Bank mit dem Investmentbanking zwar weniger abhängig werde von ihren inländischen Zinserträgen. Gleichzeitig aber erhöhten sich beim internationalen Investmentbanking nun mal die Volatilität der Erträge, das Marktrisiko und die mit Eigenkapital abzudeckenden Bilanzrisiken.

Es war das Los nahezu aller europäischer Großbanken: Zu Hause wuchs die Konkurrenz, es drängten immer mehr Auslandsbanken in das heimische Firmen- und Privatkundengeschäft. Dafür lockten in London und an der Wall Street die deftigen Gewinne des globalen Börsengeschäftes, des Wertpapier- und Devisenhandels, der Neustrukturierung von Unternehmen in Zeiten der Globalisierung. Die Deutsche Bank begleitete einheimische Industriekonzerne bei ihrer internationalen Aufstellung.

Die Aktionäre jubelten, Warnungen wurden überhört

Die Expansion des Investmentbanking zahlte sich zehn Jahre lang, bis zur Finanzkrise 2007, in deftigen Gewinnen aus. Zweistellige Eigenkapitalrenditen, teilweise von mehr als 20 Prozent, waren an der Tagesordnung. Die Aktionäre jubelten.

Warnungen der traditionellen, deutschen Universalbanker vor der riskanten Nutzung der Bilanz gingen ins Leere. Die Deutsche Bank war mittlerweile abhängig von den hohen Gewinnen aus London und der Wall Street. Und die Gewinne schienen ihrer Expansionspolitik recht zu geben.

Die Expansion klappte, aber nur, weil die exorbitanten Gewinne aus dem rasant wachsenden Investmentbanking die hohen Risiken des Geschäftes, die mangelhafte Absicherung dieser Risiken, die rasant steigenden Kosten und die Folgen fragwürdiger Geschäftspraktiken verdeckten. Das Geschäftsmodell selbst wurde nicht infrage gestellt, obwohl das Institut gefährlich abhängig war vom Investmentbanking. Die Deutsche Bank hatte eben nicht den großen amerikanischen Markt im Rücken, sondern einen – durch den Einfluss der öffentlich-rechtlichen Sparkassen und der Landesbanken – weniger lukrativen Heimatmarkt. Sie hatte keine lukrative Vermögensverwaltung als Standbein, wie die schweizerischen Großbanken. Sie hatte nicht den asiatischen Markt im Griff, wie die britische Konkurrenz HSBC und Standard Chartered. Und sie war nicht Goldman Sachs. Goldman Sachs wurde für die Beratung;pertise seiner Mitarbeiter bezahlt (und so manche Skrupellosigkeit). Die Deutsche Bank wurde für den riskanten Einsatz ihrer Bilanz bezahlt. So erreichte sie 2007 ihr Ziel: Die Deutsche Bank zählte zu den drei stärksten Investmentbanken der Welt.

Zu spät umgeschwenkt

Dann kam die Finanzkrise und es wurde klar, dass sich das künstlich aufgeblähte, kreditfinanzierte Wirtschaftswachstum auf Jahrzehnte nicht wiederholen würde. Nun ist kein Jahr vergangen, in dem nicht härtere Eigenkapitalvorschriften, schärfere Definitionen der risikogewichteten Aktiva und strengere Vorgaben der Liquidität gegriffen hätten. Das Investmentbanking wurde teuer, der riskante Einsatz der Bilanz unerschwinglich.

Die Deutsche Bank reagierte aber zunächst nicht. Genau wie Bob Diamond, der Chef von Barclays, erwartete Anshu Jain, der damalige Chef des Investmentbanking und spätere Co-Chef der Deutschen Bank, dass sich andere, durch die Finanzkrise geschwächte Banken, aus dem globalen Investmentbanking würden zurückziehen müssen, dass die Konkurrenz ausdünnen würde, und die Handelserträge im volatilen, unruhigen Geschäft der Jahre nach der Finanzkrise umso höher ausfallen würden. Aber Jain unterschätzte, wie sehr die Regulierung das Geschäft verteuerte, dass die Bilanzen der Universalbanken nicht mehr für die Risiken des Investmentbanking würden herhalten dürfen, und dass die Niedrigzinspolitik der Notenbanken die Zinsmarge am Heimatmarkt in die Zange nehmen würde.

Was passiert mit den Aktionären, wenn die Reserven fehlen?

Seitdem geht es der Deutschen Bank zunehmend schlechter, das Geschäftsmodell stimmt nicht mehr. In den ersten neun Monaten 2016 ist sie hinter J;P. Morgan, Goldman Sachs, Bank of America Merrill Lynch, Morgan Stanley, die Citigroup, Barclays und Credit Suisse auf Platz acht zurückgefallen. In allen drei Bereichen des Investmentbanking, also im Anleihe- und Aktiengeschäft und im Geschäft mit syndizierten Krediten, hat die Bank nach Angaben der Analysegesellschaft Dealogic Marktanteile abgegeben, und zwar nicht nur im globalen, sondern auch im heimischen europäischen Markt.

Erst jetzt spart das Frankfurter Institut. Die Kosten-Ertrags-Quote ist mit 115,3 Prozent immer noch wesentlich höher als bei der globalen Konkurrenz. Sie stößt Randgeschäfte ab, was andere Institute lange getan haben, und sie streicht – zu langsam – das Investmentbanking zusammen. Weder erzielt die Bank ausreichend Gewinne, die sie einbehalten könnte, um Kapital zu generieren. Noch gibt es Käufer, an die sie ausreichend schnell Geschäftsfelder abstoßen könnte, um Kapital freizusetzen. Das Abstoßen der Beteiligung von knapp 20 Prozent an der chinesischen Hua Xia Bank in diesem Jahr könnte der Bank vier Milliarden Dollar einspielen. Der Verkauf der Postbank, die 10 Prozent des Risikokapitals absorbiert, allerdings auch 11 Prozent zum Ertrag beisteuert, wird schwieriger. Es fehlt die ertragsstarke Alternative im Konzern.

Die angedrohte Strafe des amerikanischen Justizministeriums von 14 Milliarden Dollar ist da nur der Punkt, an dem sich die Diskussion um das Geschäftsmodell der Bank entzündet – dieses Mal mit Folgen für die Existenz. Das Institut hat etwa 6,2 Milliarden Dollar Rückstellungen für Strafzahlungen. Bis Ende 2017 werden 3,3 Milliarden Dollar hinzukommen. Da ein Großteil der dann 9,4 Milliarden Dollar aber für andere Zahlungen als die zivilrechtliche Einigung mit dem amerikanischen Justizministerium gebraucht wird, stehen nur etwa 4 Milliarden Dollar für die Zahlung an die Amerikaner wegen des Hypothekendesasters in den USA parat.

Auf der Suche nach dem Kapital

Auch wenn die Amerikaner nicht bei ihrer derzeitigen Vorstellung von 14 Milliarden Dollar bleiben dürften, wird es bei jeder Milliarde über diese 4 Milliarden Dollar eng, kalkuliert Kian Abouhossein, Bankanalyst von J;P. Morgan. Die Deutsche Bank habe dann keinen Spielraum mehr, andere oder höhere Strafen zu zahlen. Sie müsse dann irgendwie andere Reserven heben oder sich Kapital beschaffen. Ende des ersten Halbjahres lag die Eigenkapitalquote der risikogewichteten Aktiva bei 10,8 Prozent, soll aber bis Ende 2018 auf 12,5 Prozent steigen.

Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, ob die Deutsche Bank ausreichend Reserven haben wird, um im Frühjahr die Zinskupons auf Anleihen zahlen zu können, die im Notfall einkassiert werden und als Eigenkapitalersatz gelten (AT1). Das hört sich technisch an, ist aber wichtig: Die Kupons darf sie nur zahlen, wenn die Reserven hoch genug sind. Sind sie es nicht, ziehen sich die Investoren an den Anleihemärkten zurück. Dann wiederum steigen für die Bank die Kosten, sich am Anleihemarkt zu refinanzieren.

Die Situation ist also brenzlig. Die amerikanische Politik will sich wohl eher nicht den Ruf anheften, zum Kollaps des europäischen Bankensystems beigetragen zu haben. Das Justizministerium könnte also helfen nach dem Motto: Einen Teil zahlt die Bank als Strafe sofort. Ein anderer Teil wird über Jahre an die Kunden gezahlt, denen die Hypotheken untergejubelt wurden. Hiesige Aufsichtsbehörden könnten zudem überlegen, ob sie im Notfall den Spielraum regulatorischer Vorschriften ausschöpfen. Dann könnte die Deutsche Bank eine überstürzte Kapitalerhöhung vermeiden, die angesichts des derzeitigen Aktienkurses extrem teuer wäre und alle Aktionäre abschreckt.

John Cryan, seit über einen Jahr Co-Chef der Deutschen Bank, ist auf dem richtigen Weg, ändert die Kultur und reduziert die Risiken. Seit 2007 hat die Deutsche Bank ihr Aktienkapital von 37 auf 62 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, hat ihre Liquiditätsreserven von 65 auf 223 Milliarden Euro fast verdreifacht, hat ihre brisanten Risikopositionen von 88 auf 29 Milliarden Euro reduziert. Im zweiten Schritt muss das heimische Zweigstellennetz und Kleinkundengeschäft stärker digitalisiert werden und erst dann kann die Bank wieder wachsen.

Bisher wird also die Bilanz weiter eingesetzt, nur nicht so riskant. Das Management der Bank hat unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner keine Alternative zum jetzigen Geschäftsmodell aufgezeichnet. Vielleicht muss sich dies ändern, damit Investoren wieder Mut schöpfen;

Quelle (;;;zeit~de/wirtschaft/2016-09/deutsche-bank-aktie-rekordtief-staatshilfe-probleme/komplettansicht).


Sancho-Pancho
28.09.2016, 21:25

Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit auf einem neuem Rekordtief. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Staatshilfen für die Deutsche Bank im Wahljahr 2017 kategorisch ausgeschlossen.
Also kann man damit rechnen, dass es eine erneute Bankenrettung durch den Staat geben wird, wenn Schwarz irgendwie an der Macht bleibt.
War doch bisher immer so, dass die Merkel irgendwann doch umgefallen ist und ihre Meinung der mutmaßlich vorherrschenden Meinung angepasst hat. Deswegen hat man sie ja auch jahrelang nicht als agierende Politikerin wahrgenommen. Selbst in ihrer vielgelobten Flüchtlingspolitik beginnt ihre Substanz zu bröckeln.

Letztendlich sollte man schleunigst die Deregulierungen der letzten Jahre zurücknehmen, die uns vor allen Dingen Rot-Grün eingebrockt haben, inklusive Steuervermeidungen.
Und natürlich sollten Manager für ihr Versagen endlich auch zur Rechenschaft gezogen werden, anstatt am Ende auch noch millionenschwere Boni zu kassieren. Das gilt übrigens auch für andere Unternehmen, wie bspw. VW.
Wobei natürlich nicht nur die Manager/Geschäftsführer zu bedenken sind, sondern auch die Eigentümer. Wenn die Milliardenvermögen (nur) mit staatlicher Förderung realisieren, dann sollten sie auch bei Verlusten bluten. Es darf endlich zu Ende sein mit der Sozialisierung von Risiken und Problemen, während die Gewinne weiterhin privat bleiben.


raid-rush
29.09.2016, 10:29

Yigit Bulut, der Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, twitterte, sein Land solle die größte Deutsche Bank zu einem türkischen Geldhaus machen.

Hört sich für mich nicht wirklich realistisch an. Die Türkei schwächelt im Finanzsektor selbst und die Ratings sind ganz unten - ob das Hilfreich für eine beschädigte Bank ist. Hätte natürlich den Vorteil, dass über so eine recht gut vernetzte Bank schon der erste Fuß in die westliche Finanzwelt gestreckt wird und man sich damit Einfluss erkauft oder auch von europäischen Bankenrettungsfonds profitieren kann. Weil die Verflechtungen der Bank und ihre bereits verkauften Finanzprodukte dürften sie durchaus systemrelevant machen.
Alleine aus diesem Grund glaube ich nicht das die Behörden da zustimmen würden.

Die fehlende Haftung in der Finanzwelt/Konzernwelt beim Verzocken von Fremdkapital ist durchaus ein Problem. Vor allem weil man sich jeder Regulierung entzieht. Gesetze gelten halt nicht überall auf der Welt. Das lässt sich also nicht auf die Politik alleine abwälzen, der sind die Hände auch gebunden.

Das sozialisieren von Risiken ist in gewissem Maße nicht verkehrt. Denken wir an Insolvenzen. Aber das sind natürlich ganz andere Dimensionen und das Haftungs-Risiko für die Verantwortlichen steht in einer anderen Relation.

Das liegt aber schon am Aufbau. Der Konzern gehört den Aktionären und nicht denen die da Arbeiten oder Managen. Die Manager haben nur was davon wenn sie Gewinne erzeugen, egal wie. Kapitale Haftung tragen dagegen nur die Aktionäre/Eigentümer.

Verantwortung und Eigentum zu trennen war schon immer ein großes Problem, mit vielen Risiken.

Nur Verlust von Eigentum tut weh, wenn man fremde Dinge verliert ist das nicht so schlimm - das ist wissenschaftlich belegt. Deshalb interessiert auch niemanden die Umwelt, gehört ja allen.

Da reicht die empathische Vorstellungskraft eines gemeinsamen Eigentums nicht aus. Das Teilen von Eigentum geht sozial nur in begrenzter Gruppengröße (ist eh nur ganz selten zu finden), danach schaltet das Gehirn nicht mehr. Und selbst das ist schon in unserer Gesellschaft kaum zu erreichen. Wenn das Hirn einmal so angelegt wurde wird es schwer Verantwortung und Gefühle für Dinge zu entwickeln die einem nicht (alleine) gehören.


Boracay
07.10.2016, 00:06

Also kann man damit rechnen, dass es eine erneute Bankenrettung durch den Staat geben wird, wenn Schwarz irgendwie an der Macht bleibt;

Eine Teilverstaatlichung zur Rettung ist ja auch nichts schlechtes für den Staat, kann man eventuell sogar mit Gewinn wieder verkaufen. Siehe Bankenrettung die viel weniger gekostet hat als die Flüchtlinge (an die langfristigen Kosten der kleinen Araberclans will ich lieber gar nicht denken).

Und natürlich sollten Manager für ihr Versagen endlich auch zur Rechenschaft gezogen werden

Und wieso sollen Arbeiter für Fehler nicht zur Rechenschaft gezogen werden, Manager aber schon??

anstatt am Ende auch noch millionenschwere Boni zu kassieren;

Die Boni bemessen sich am langfristigen Unternehmenserfolg und sind vertraglich festgelegt. Da gibt es kein "ich zahl mal einfach nicht".

Wobei natürlich nicht nur die Manager/Geschäftsführer zu bedenken sind, sondern auch die Eigentümer. Wenn die Milliardenvermögen (nur) mit staatlicher Förderung realisieren, dann sollten sie auch bei Verlusten bluten;

Das tun sie. De Aktienkurs sinkt und die Dividende geht auf null. Eventuell endet das Investment auch im Totalverlust.

Es darf endlich zu Ende sein mit der Sozialisierung von Risiken und Problemen

Erklär mir mal genau was hier "sozialisiert" wird? Unternehmen buttern riesige Geldbeträge in die Arbeitslosenversicherung und dann soll diese nie in Anspruch genommen werden dürfen?


raid-rush
07.10.2016, 09:58

Eine Teilverstaatlichung zur Rettung ist ja auch nichts schlechtes für den Staat, kann man eventuell sogar mit Gewinn wieder verkaufen.
Wo der Staat drin ist, wird in der Regel abgezapft und weniger Gewinne gemacht. Der Staat ist meist ein schlechter Wirtschafter. Alles was der Allgemeinheit gehört und von Steuergeldern bezahlt wird, ist wie Geschenkt und was nichts kostet wird leicht verschwendet oder versickert in Korruption.
Würde das Geld einem Konzern gehören der Gewinne ausschüttet, dann wäre jedem Beteiligtem dran gelegen möglichst wenig zu verschwenden, die Projekte alle perfekt umzusetzen und hohe Rendite erzielen. Also genau das Gegenteil vom Staat, dessen träge Bürokratie kaum Anreiz für Erfolge hat.

Und wieso sollen Arbeiter für Fehler nicht zur Rechenschaft gezogen werden, Manager aber schon?
Werden sie, nicht nur Firmen intern. Erstens erhalten sie wenig Geld, weil sie kein Haftkapital-Risiko tragen. Zweitens tragen sie ein privates Risiko, weil sie dann Arbeitslos sind und im Gegensatz um Manager vermutlich deutlich weniger Rücklagen haben und eine Arbeitslosigkeit für sie ein hohes Risiko ist. (Klar die Sozialabgaben die er dann erhält, wurden zum Teil durch die Firma finanziert)

Deshalb ist es auch gerechtfertigt das Führungskräfte deutlich mehr verdienen. Allerdings nur dann wenn sie auch echte Verantwortung tragen. Das ist meistens zwar der Fall aber nicht überall, gerade in großen Konzernen scheint man sich hinter einer großen Wand sicher zu fühlen. "2big2fail" darf keine Versicherung sein.


Die letzten beiden Punkte zur Eigentümer Haftung sehe ich ähnlich. Die Haftung an den Aktienmärkten ist allerdings heikel, da der schnelle Verkauf und das Spekulieren wenig mit ehrlichem Investment zu tun hat. Deshalb bin ich dafür, dass das Zocken an der Börse unterbunden wird in dem man die Transaktionsgeschwindigkeit deutlich drosselt.

Die Weltwirtschaft und die Märkte wären deutlich sicherer wenn wir dieses Zocken der Finanzmärkte bremsen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt für die Zukunft. Die Politik muss hier einen Schlussstrich ziehen. Transaktionen dürfen schnell sein, sagen wir 100 Millisekunden als Grenze (mit Folge: Gleichberechtigung für alle Standorte), aber was viel wichtiger ist: Die Aktie die dann erworben wurde, muss eine Sperrzeit von 10 Sekunden haben bevor sie wieder Verkauft werden darf. Damit wird das Zocken erheblich erschwert.

Eine Alternative wäre die Finanztransaktionssteuer, jede Transaktion wird pauschal mit 0,2Cent Fixpreis besteuert und damit wird das häufige und hochfrequente verkaufen auch weniger Interessant.


Sancho-Pancho
08.10.2016, 13:40

Und wieso sollen Arbeiter für Fehler nicht zur Rechenschaft gezogen werden, Manager aber schon??
Werden sie ja. Sie werden gefeuert, können je nach Verfehlung noch nicht mal mit einer Abfindung rechnen, mit einem Bonus schon gar nicht.
Wenn Manager Mist bauen, kassieren die aber fleißig ab oder werden noch nicht mal gefeuert und kassieren ihre Boni.

Erklär mir mal genau was hier "sozialisiert" wird? Unternehmen buttern riesige Geldbeträge in die Arbeitslosenversicherung und dann soll diese nie in Anspruch genommen werden dürfen?
Und wieder mal glänzt du mit völliger Ahnungslosigkeit. :D

Unternehmen buttern gar nichts in die Arbeitslosenversicherung. Unternehmen zahlen die Lohnkosten der Arbeitnehmer und die zahlen von ihrem Bruttolohn Sozialbeiträge, wie z;B. Arbeitslosen und Krankenversicherung. Einen Teil davon führt der Arbeitgeber direkt ab - und dann labert fast alles in Deutschland vom lieben netten Arbeitgeber, der sich ja ganz toll an den Sozialbeiträgen beteiligt. Was für ein Blödsinn...

Arbeitgeber profitieren aber von dem Geld, das die Arbeitnehmer von ihrem Bruttolohn in die Arbeitslosenversicherung einzahlen (wobei allein der Begriff "Versicherung" schon falsch ist).
Arbeitgeber können sich die Lohnkosten nämlich für bis zu ein Jahr lang zu bis zu 80 Prozent von der Allgemeinheit bezahlen lassen. Der Arbeitnehmer, der noch Geld mitbringt, um arbeiten zu dürfen, ist also längst kein schlechter Witz mehr.

Was und wo "sozialisiert" wird, müsstest du, als angeblicher Landwirt doch eigentlich wissen. Still gelegte Flächen, Subventionen bei Milch - aber auch deine Freunde bei der Bank, die zwar Gewinne einfahren und kaum versteuern - dafür aber bei Verlusten nach Rettungsschirmen vom Staat schreien. Nicht zu vergessen, Steuererlassungen in zweistelliger Millionenhöhe bei z;B. Firmen wie A;T;U. Es wäre ja unverantwortlich, wenn die Unternehmen (und vor allen Dingen die Manager) für ihre Misswirtschaft selber aufkommen müssten.

Könnte man alles wissen, wenn man kein dummer Bauerntölpel wäre. ;)

Die Boni bemessen sich am langfristigen Unternehmenserfolg und sind vertraglich festgelegt;
Erklär uns mal den langfristigen Unternehmenserfolg der VW-Manager.


klaiser
13.10.2016, 18:41

Die Deutsche Bank wartet auf den Wahlerfolg Trumps als Rettung und spekuliert wie Putin auf steigende Rohstoffpreise.

Ich gehe davon aus, das die EZB den Kurs der Deutschen Bank stützen wird wenn es kritisch wird;


Ich glaube das Trump alles dran setzen wird sich noch ausreichend unbeliebt zu machen um NICHT Präsident zu werden. Das ist ein Schnacker wie er im Buche steht, besonders seine Bücher sind recht aufschlussreich. :D


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